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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
feuern, mit Ausflügen ins Freie und in gastlichen Zellen, mit Gesang bei
Becherklang. Allmählich nahm dies ab; die Glut der ersten Begeisterung schien
äußerlich zu erlöschen, flammte aber immer hellleuchtend wieder auf, wenn uns
der „alte böse Feind" aufs neue mit Krieg bedrohte. Dann saugen die Deutschen
ihr Trutzlied:
„Sie sollen ihn nicht haben
Den freien deutschen Rhein,
Ob sie wie gier'ge Raben
Sich heiser darnach schrein."
Die Erinnerung an die großen Thaten der Befreiungskriege pflanzte sich im
deutschen Volke fort von Geschlecht zu Geschlecht und schwellte den Mut zu ähn
lichen Heldenthaten. Ja die Siege der Enkel haben die Erfolge der Großväter
übertroffen. -
An Leipzigs Stelle ist Sedan getreten. Nach Abschluß dieser 25jährigen
Gedenkfeier wird der Sedantag unserem Volke noch lange ein lieber Gedenktag
bleiben, wenn er auch dann nicht mehr in früherer Art allgemein gefeiert wird.
Das deutsche Volk will den Frieden, wie solches auch unser erhabner Herrscher
wiederholt versichert hat. Aber „es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben,
wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt." Sollte unserem deutschen Volke noch
mals der Krieg aufgezwungen werden (— was Gott verhüten wolle! —), dann
möge unser Heer abermals als Sieger aus einem die Welt erschütternden Kampfe
hervorgehen! Gott schütze unser Volk und segne unsern lieben Kaiser!
II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens, Biogra
phien, Korrespondenzen, Erfahrungen aus dem Schul-
und Lehrerleben.
Zur Reform der Klasseuorganisation.
Die Konferenz der vereinigten Elberfelder Herbart-Vereine beschäftigte sich
in mehreren Sitzungen mit der „Durchführung der Schulklassen," einer Arbeit
von Joh. Tews, die in dem XXI. Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche
Pädagogik Seite 120—248 abgedruckt ist. Die Abhandlung ist durchdrungen
von einer idealen Auffassung der Schule und des Lehrerberufes und mit einer
Ursprünglichkeit und Frische geschrieben, daß sie jeder Lehrer trotz ihres umfang
reichen Inhaltes von Anfang bis zum Ende mit anhaltendem Interesse lesen wird.
Sie will darthun, daß unser jetziges Klassensystem mit seinen jährlichen Ver
setzungen der Schüler von einem Lehrer zum andern zu schweren pädagogischen
Bedenken Veranlassung giebt, und statt dessen eine Schuleinrichtnng empfehlen, bei
welcher Lehrer und Schüler, soweit es möglich ist, bei einander bleiben. An Stelle
des jetzt üblichen Wechselsystems soll das Durchführungssystem treten, so daß der
Lehrer mit seinen Schülern von der Unterstufe an durch alle Klassen hindurch bis
zur Oberstufe aufsteigt und in jeder Klasse den Unterricht thunlichst in allen

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