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III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
können. Der Anschluß des Rechnens an geeignete Sachgebiete trägt gewiß zur Hebung
der Rechenfertigkeit wesentlich bei: man darf aber auch dessen Wirkung nicht überschätzen.
Wir haben in dem Vorstehenden einige Punkte berührt, in denen wir anderer An
schauung sind als die Verfasser. Wir halten uns nun aber auch verpflichtet, zu be
tonen, daß das Gemeinsame das Trennende ganz wesentlich überwiegt. Wir wünschen
der gründlichen, ernsten Arbeit, die ein überaus schwieriges Problem
zu lösen versucht, überall diejenige Beachtung' und Anerkennung, die sie vollauf
verdient.
Elberfeld. Aug. Lomberg.
Aus der Sammlung theologischer und socialer Reden und Abhandlungen, Re
daktion von Lic. Weber, Pfarrer in M.-Gladbach, heben wir hervor, die in Serie V
neuerschienenen Hefte:
Lieferung 4. Was können wir zur Pflege und Bewahrung der Konfirmierten thun?
Konvents-Vortrag von Spanuth, Pastor in Pöhlde bei Herzberg a. H. (30 Pfg.).
— — 5. Reiseerinnerungen aus Nordamerika. Von Marie Fischer geb. Lette. (25 Pfg.).
Kurz, aber auf gründlicher Kenntnis beruhende Abhandlung.
— — 6 9. Für die Konfessionsschule. Ein Wort zum preußischen Schulkampf
von Lic. Weber, M.-Gladbach. 0 M-)
— — 10. Aus der Kinderstube. Vortrag von Pfr. Bungeroth in Gladbach. (30 Pf.)
Die Lieferungen 6/9: „Für die Konfessionsschule" möchten wir besonders
empfehlen. Der Verfasser ist bekannt als ein Vorkämpfer für die konfessionelle Volks
schule. Er ist aber auch bekannt als ein Mann, der mit den tonangebenden Stimmen
und Gewalten im Schulkampfe Fühlung, sowohl im guten, als im entgegengesetzten
Sinne hat. So kann er ein reiches Material zusammentragen. Vieles davon ist der
flüchtigen Broschüren- und Tagespresse entnommen, resp. in Abdruck mitgeteilt. Man
wird dabei zu dem Wunsche gedrängt, daß doch der Kampf um die Schule auf dem
Boden möge weitergekämpft werden, auf den ihn der verstorbene Rektor Dörpfeld ge
stellt sehen wollte, auf den Boden einer ruhigen, sachlichen und friedesuchenden Er
örterung. Deshalb muß eine Zeit der Ruhe, wie wir sie jetzt haben, zur Vorarbeit
ausgenutzt weroen. Ohne Kampf wirds in der Zeit der Entscheidung gewiß nicht
abgehen, aber man kommt eher und besser zum Ziel, wenn, soviel als möglich, schon
vorher die Fundamente einer gesunden Schulverfassung und Schulaufsicht zu klarer
Entwicklung und Anerkennung gebracht worden sind.
B. Kl.
Hu. Heinrich Dittmar's Leitfaden der Weltgeschichte für mittlere Gymnasialklassen,
lateinische Schulen, Real- und Bürgerschulen, Seminare, höhere Mädchenschulen
und andere Anstalten. Neu bearbeitet von G. Dittmar, Direktor des Königl.
Gymnasiums in Cottbus. Elfte durchgesehene (Doppel-)Auflage. 240 Seiten.
Heidelberg, Karl Winter's Universitätsbuchhandlung. 1891.
Die Weltgeschichtsbücher von Dittmar stehen seit lange in wohlverdientem gutem
Rufe. Der uns vorliegende „Leitfaden" zeichnet sich vor ähnlichen Schriften dadurch
aus, daß er bei aller Gedrängtheit des Inhaltes doch in einem guten klaren Deutsch
geschrieben ist. Elliptische Sätze oder Angaben, die für sich ohne begleitenden Kommen
tar unverständlich bleiben, finden sich in ihm nicht vor. Wir halten das für einen
Vorzug, denn wir sind der Meinung, daß Schulbücher lesbar sein sollen.
Der Verfasser hat es gewagt, die geschichtliche Darstellung bis hart an die Grenze
der Gegenwart zu führen. Es bleibt das stets ein bedenkliches Unternehmen, bei dem
es wohl niemals ohne Irrtümer und Verstöße abgeht. Was soll man z. B. dazu
sagen, wenn Dittmar auf Seite 227 schreibt: „So ist dem Kaiser Wilhelm (I) eine der
großartigsten Thaten der Weltgeschichte gelungen: die Befriedigung der berechtigten An
sprüche des vierten Standes auf friedlichem Wege" ? Daß eine solche „Befriedigung"
in nicht zu ferner Zeit gelingen möge, ist zu hoffen; daß sie aber jetzt schon gelungen
sei, kann man angesichts der thatsächlichen Lage der Dinge nicht wohl behaupten.
Die dem „Leitfaden" beigegebenen sehr sauber ausgeführten Karten stellen folgendes
dar: das medisch-persische Weltreich, Griechenland und seine kleinasiatischen Kolonien,
Italien (das römische Reich), das Reich Karls des Großen (mit Andeutung der aus
demselben hervorgegangenen fünf Königreiches, das neue Deutsche Reich (mit Angabe
der territorialen Entwicklung Preußens), Mitteleuropa zur Zeit Napoleons I.
Es sei noch bemerkt, daß Ditlmar's „Leitfaden" sich auch für den Selbstunterricht
vortrefflich eignet. Hermann Wendt (Elberfeld).

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