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I. Abteilung.
Abhandlungen.
L.: Könnten wir nicht ein Bild zu unserem Gedicht zeichnen? Welchen
Augenblick würdest du wählen? Sch.: Den Augenblick, wo die beiden Königs
kinder zurückkehren. L.: Was würde auf dem Bilde zu sehen sein? Sch.: Auf
der einen Seite sieht man den Strand, der steil zum Meere abfällt. Am User
wächst Gras. Auf einem Vorsprung steht der König. Seine Gestalt ist gebeugt,
sein Haar grau; er stützt sich auf einen Stab und wendet sein Gesicht dem Meere
zu. Die Ritter stehen etwas weiter zurück, jeder hat Schwert und Schild zur
Hand. Auf der anderen Seite sieht man eine Insel; der Riese liegt lang aus
gestreckt am Boden, neben ihm liegen Schwert und Schild. Man sieht auch die
Felsenkluft, in der Gunilde gefangen saß. Zwischen Strand und Insel liegt ein
Meeresarm. Ein Kahn ist darauf sichtbar: darin befinden sich die Geretteten.
Der Königssohn rudert und hat Schwert und Schild vor sich liegen. Neben
ihm sitzt Gunilde, deren Blick dem Vater zugewendet ist. Aus allen Gesichtern
ist ein Ausdruck der Freude bemerkbar.
c) Ästhetische Würdigung der poetischen Darstellung.
L.: Ihr nanntet die Geschichte, die uns in dem Gedichte erzählt wird,
interessant; wer hat nun die Erzählung schöner vorgetragen, ihr oder der Dich
ter? — Die meisten von euch wissen nicht recht, was sie darauf antworten
sollen; vielleicht gewinnen sie bald den Mut, sich bestimmt darüber zu äußern.
Aus wieviel Abschnitten besteht das Gedicht, rein äußerlich betrachtet? Sch.:
Aus neun Abschnitten. £.; Vergleiche sie unter einander ihrer Größe nach!
Sch.: Sie sind alle gleich groß. L.: Solche Abschnitte eines Gedichts, die alle
von gleicher Größe sind, nennt man Strophen; woraus besteht also das Gedicht?
Sch.: Es besteht aus Strophen. L.: In welchem Größenverhältnis stehen sie
zu einander? Sch.: Sie sind alle von derselben Größe. L.: Zahl der Stro
phen? Sch.: Die Zahl der Str. beträgt neun.
L.: Wie viele Zeilen hat jede Strophe? Sch.: Acht Zeilen. L.: Lies
die erste Strophe silbenweise! Hat E. schön gelesen? Worin lag das Unschöne?
Sch.: Sie hat alle Silben gleich stark betont. L.: Jetzt will ich euch einmal
die zweite Strophe vorlesen-/) achtet aus die Betonung! — Wer hat etwas ge
merkt? Sch.: Sie haben immer eine Silbe stärker betont, als die andere. L.:
Schwach betonte Silben nennt man Senkungen, stark betonte Hebungen; was ist
also eine Senkung, eine Hebung? Sch.: Eine Senkung ist eine schwach betonte,
eine Hebung eine stark betonte Silbe. L.: Die Senkung bezeichnet man durch
dieses (y), die Hebung durch dieses (—) Zeichen. Sch.: Die Senkung bezeichnet
man durch einen Bogen, der nach oben offen ist, die Hebung durch einen kleinen
0 Es ist von Wichtigkeit, bei diesen Übungen die Strophen zu wechseln, weil da
durch die Einsicht in den gleichartigen Bau der Strophen befördert und zugleich das
Memorieren des Gedichts ganz wesentlich erleichtert wird.

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