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I. Abteilung. Abhandlungen.
..Siegfrieds Tod." L.: Wie nennt man solche Männer, die einen schönen In
halt auch schön darzustellen wissen? Sch.: Man nennt sie Dichter. L.: Wozu
muß also ein Dichter imstande sein? Sch.: Einen schönen Inhalt schön darzu
stellen. L.: Wie heißt der Dichter des Gedichts, von dem wir ausgegangen
sind? Sch.: Ludwig Uhland. L.: Welche Gedichte von Uhland kennst du schon?
Sch.: „Der gute Wirt/' „Lied eines Armen," „Schwäbische Kunde," „Der gute
Kamerad." L.: Nenne andere berühmte Dichter!
II. Theoretische Erläuterungen.
Gut Ding will Weile haben. Das gilt auch von der Erkenntnis der sog.
formalen Stufen und ihrer durchweg richtigen Anwendung auf die
verschiedenen Unterrichtsstoffe. Die Theorie der Formalstufen, obgleich ursprüng
lich von Herbart herrührend, hat doch erst durch Ziller eine praktische Be
deutung, einen Einfluß auf den Unterricht der Gegenwart gewonnen. Unter den
Schriften, die Zillers Ideen weiteren Kreisen zugänglich machten, müssen in erster
Linie Neins „Schuljahre" und Staudes „Präparationen zu den biblischen Ge
schichten" genannt werden. Das „Erste Schuljahr" wurde von Dörpfeld u. a.
auch deshalb so freudig begrüßt, weil es an einer ganzen Reihe von Beispielen
zeigte, daß sich mit den Ausdrücken „Analyse, Synthese, Association, System,
Methode" ein Sinn, und zwar ein sehr bedeutungsvoller Sinn verknüpfen lasse.
Seitdem ist eine Fülle von Schriften erschienen, die darauf ausgehen, Herbarts
und Zillers Gedanken dem allgemeinen Verständnis näher zu bringen und für
die Unterrichtsarbeit zu verwerten. Allein noch sind wir weit entfernt von einer
allgemeinen Übereinstimmung in der Auffassung der Maßregeln, die den einzelnen
formalen Stufen obliegen. Insbesondere herrscht große Unklarheit über die Stu
fen der Association, des Systems und der Methode; sie werden oft
ganz falsch, d. h. nicht im Geiste Zillers gedeutet, und das geschieht von
Männern, die sich ausdrücklich zur Zillerschen Theorie bekennen. Nach Zillers
(und Dörpfelds) Ansicht soll bekanntlich das System aus einem Abstraktions
prozeß hervorgehen, und es ist Aufgabe der Association, diesen Prozeß
einzuleiten/) Das Ergebnis der Abstraktionsthätigkeit ist natürlich ein Ab-
„Der Unterricht bezweckt nicht bloß, daß der Zögling den besonderen Inhalt des
Neuen sich aneigne. Das soll vielmehr nur den Übergang dazu vermitteln, daß er zu
dem Allgemein giltigen und Notwendigen gelange, das in jenem Inhalte ver
borgen ist . . . Das Allgemeingiltige und Notwendige muß aus dem konkreten Inhalte
früherer Synthesen und dem konkreten Inhalte von Erfahrungen und Gesinnungen des
Zöglinges so ausgesondert werden, daß es doch fort und fort mit ihm zusammen
hängt ■ . . Daher geschieht die rechte Aussonderung nur durch einen echten Ab
straktionsprozeß, bei dem für das Ausgesonderte doch zugleich der Zusammenhang
mit dem, woraus es hervorgehoben ist, bewahrt wird • . . Jetzt sei die Stufe der

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