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I. Abteilung. Abhandlungen.
Gotthard in Geschäften (mit Waren) nach Italien. Ein Vergnügungsreisender
macht dieselbe Tour. Beidemal Benutzung des Gedichts. Jeder von den beiden
sieht die Tour mit anderen Augen an, jeder hat andere Empfindungen auf der
Reise?) ,
Es leuchtet unmittelbar ein, daß hier 1. kein Abstraktionsprozeß ein
geleitet, 2. kein abstraktes System gebildet wird, und daß somit 3. von einer
Anwendung des Systems gar nicht die Rede sein kann. Gewiß, die
Flüsse, Seen und Städte der Schweiz müssen zusammengestellt, nach gewissen
Gesichtspunkten geordnet und zu einem Ganzen, das man immerhin System
nennen mag, vereinigt werden; was hat aber die so notwendige, die Einprägung
und die Verwendbarkeit des Gelernten befördernde Zusammenstellung, Ordnung
und Vereinigung konkreter Vorstellungen mit einem Abstraktionsprozeß zu
thun? Nichts, schlechterdings nichts!
Dieselbe Unklarheit in Bezug auf die Aufgabe der Association, des Systems
und der Methode tritt uns auch bei der Behandlung deutscher Gedichte entgegen.
Eberhardt, dessen „Poesie in der Volksschule" unstreitig zu dem Besten ge
hört, was die pädagogische Litteratur auf dem Gebiete der Erläuterung poetischer
Lesestücke auszuweisen hat, sagt u. a.: „Ein zweites Moment, worauf man im
Unterricht überhaupt und so auch bei der Behandlung poetischer Lesestücke Bezug
zu nehmen hat, ist, daß das Abstraktere aus dem Konkreten durch Ver
gleichung gewonnen werde. Nie ist das Abstrakte unvermittelt oder dogmatisch
zu geben. Die Abstraktion muß vielmehr durch die eigene Thätigkeit der Kinder
gewonnen werden. Das zeigt sich natürlich bei jedem Unterricht, das zeigt sich
auch im Folgenden au verschiedenen Stellen, vor allen Dingen da, wo es
gilt, das Eigentümliche der dichterischen Conception von der
prosaischen zu scheiden. Zu diesem Behufe sind wiederholt Verglei
chungen zwischen einem vorliegenden prosaischen und dem poetischen
Stoff veranstaltet worden . . . Aber dabei darf sich der Unterricht immer noch
nicht beruhigen. Die auf dem angegebenen Wege gewonnene Er
kenntnis treibt zur Anwendung. Erst diese giebt die rechte Freudigkeit
und Sicherheit, erst sie zeigt, wie weit und ob Fehler bei dem Abstraktionsprozeß
gemacht worden sind. Diese Freudigkeit des Könnens weiß der geschickte Lehrer
wohl zu pflegen, selbst wenn dieselbe in der einfachsten Form auftritt. Die Fähig
keit, ein kleines G edicht richtig abschreiben, seinen Inhalt wiedererzählen
oder aufschreiben zu können, womit man in der Mittelstufe sich zu begnügen
hat, wird als Leistung ebenso freudig zu begrüßen und pädagogisch von gleichem
Werte sein, wie etwa die Leistung der Oberstufe, die einen ähnlichen Stoff nach
einem erarbeiteten, d. h. selbst gefundenen Modell behandelt."^)
*) Rein, Sechstes Schuljahr. S. 70 ff.
2 ) Poesie in der Volksschule. 1. Reihe. 2. Ausl. S. 4.

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