Aus der Welt des Traumes.
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In dem Ticktack der Pendeluhr hört der Träumende wohl die Schläge einer
Axt oder das Bellen eines Hundes. Das Rollen des Donners kann uns mitten
in eine Schlacht versetzen, das Krähen eines Hahnes verwandelt sich unter Um
ständen in das Angstgeschrei eines Menschen, das Knarren einer Thür vermag
Träume von räuberischen Einbrüchen hervorzurufen. Ein enger Hemdkragen kann
uns im Traume an den Galgen bringen. Verlieren wir während des Schlafes
unsre Bettdecke, so träumen wir vielleicht, daß wir nackt oder nur halb bekleidet
auf der Straße umhergehen. Jemand, der ein Blasenpflaster auf dem Kopfe
liegen hatte, träumte, daß er von Indianern skalpiert werde. Ein andrer, der
im Schlafe mit den Füßen an eine Wärmeslasche kam, machte im Traume eine
Wanderung auf der heißen Lava des Ätna, Ein im Schlafe eintretender Anfall
von Podagra ließ einen Kranken glauben, er sei in den Händen der Inquisition
und erdulde die Qualen der Folter. Maurp, ein verdienter französischer Traum
forscher, erzählt, wie er einst träumte, daß man seinen Kopf auf einen Amboß
lege und darauf loshämmere. Er hörte im Traume sehr deutlich die schweren
Hammerschläge; anstatt daß aber der Kopf dadurch in Stücke ging, zerschmolz er
zu Wasser. Beim Erwachen fand sich Maury in Schweiß gebadet und hörte
zugleich in einem benachbarten Hofe, wo ein Schmied wohnte, den Schall von
wirklichen Hammerschlägen. Mir träumte einmal, jemand fasse mich von hinten
und drücke mir die Kehle zu. Ich erwachte- vor Schrecken und empfand Trocken
heit und Schmerz im Halse, wie wenn mir der Hals zugeschnürt wäre. Ein
andermal wanderte ich im Traum durch die Straßen der Stadt. Es regnete
heftig, und da ich keinen Schirm hatte, stellte ich mich unter einen am Wege
stehenden Schuppen. Ich erwachte und hörte draußen das Klatschen eines heftigen
Regens. Einmal hatte ich mich nach Mittag in einen Sessel bequem hingesetzt
und die Füße auf einen davorstehenden Stuhl gelegt. Bald war ich ein
geschlummert und träumte, ich gehe eine mit sehr glatten Eisenplatten belegte
Treppe hinunter, wobei ich fortwährend auszugleiten drohte. Auf der letzten
glitt ich wirklich aus, und der Schreck darüber führte das Erwachen herbei: Meine
Füße waren vom Stuhl herabgerutscht. Müller von Guttenbrunn träumte einst,
daß er in einem Schlitten über eine unabsehbare, schneebedeckte Ebene dahinfahre.
Mich fror, erzählt er, und ich hüllte mich fester in meinen Pelz. Ich wollte
ernst über eine wichtige Sache nachdenken, aber das gellende, scharfe Geklingel der
Schellen am Geschirr der Pferde störte mich. Ich befahl, die Schellen zu ent
fernen. Es geschah, aber sobald der Schlitten sich in Bewegung setzte, klingelte
es wieder und zwar ärger als zuvor. Ich ergriff die Schellen und steckte sie in
die Tasche — es klingelte fort; ich legte sie unter meinen Sitz — es klingelte
fort! Ich stemmte meine Füße darauf — es klingelte fort. Da sprang
ich nervös erregt in die Höhe; ein eisiger Luftzug riß mir den Pelz von
der Schulter und ich erwache in dem Augenblicke, als meine Hand

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