444
III, Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
der Pflanzen vorgeführt. Auch dieser Band schließt mit der „Allgemeinen Botanik."
worin wir über die Gliederung, den Bau, das Leben und die Verbreitung der Pflanzen
unterrichtet werden (S. 171-192). Ein Anhang (S. 193—23«) will Anleitung und
Übung im Bestimmen der Pflanzen geben.
Die Mineralogie behandelt in der ersten Abteilung die spezielle, in der zweiten
die allgemeine Mineralogie. Im ersten Teil werden zuerst Einzelbilder, sodann Gruppen
bilder besprochen. Ein dritter Abschnitt des ersten Teils redet vom Bergbau. Der zweite
Teil besteht ebenfalls aus drei Abschnitten:
A. Allgemeine Steinkunde oder Oryktognosie,
B. Erdkunde oder Geognosie,
6. Geschichte der Erdbildung oder Geologie.
Der dritte Teil ist um so wertvoller, als die naturgeschichtliche Litteratur auf dem Ge
biet der Mineralogie verhältnismäßig arm ist, obwohl der Wert dieses Gegenstandes
wegen der gewerblichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Mineralien von jedem ein
sichtsvollen Pädagogen gewürdigt wird. In der Einleitung bemerkt der Verfasser, daß
die im Buche eingehaltene Ordnung für den Unterrichtsgang nicht bindend sein soll. Er
vertraut damit der methodischen Geschicklichkeit des naturgeschichtlichen Lehrers.
Für einfachere Schulverhältnisse hat Sprockhoff eine kleinere Ausgabe der Minera
logie (für 0,50 M) veranstaltet, die ebenfalls als brauchbar erklärt werden kann.
Obwohl der Verfasser noch Vertreter des Lübenschen Verfahrens ist, so werden seine
Bücher dennoch sich brauchbar erweisen.
2. I. G. Paust, Tierkunde. Eine synthetische Darstellung des Tierreiches. 4. Auflage.
Breslau 1894. Verlag von Ferdinand Hirt.
Bei der Bearbeitung hat der Verfaffer folgende Grundsätze in Anwendung gebracht:
1) die Beschreibungen sollen nicht Selbstzweck des Unterrichts sein.
2) Bloße Beschreibungen einzelner Organe ohne Angabe ihres Zweckes und ihrer
Bedeutung für die eigentümliche Lebensweise eines Tieres sind zu vermeiden.
3) Das vergleichende Moment ist so weit als möglich zu berücksichtigen.
Ausdrücklich bemerkt Paust, daß er den „Dorfteich von Junge" benutzt hat. Nach
seiner Ansicht kann die Aufstellung allgemeiner Gesetze, nach denen das Tierleben sich
vollzieht, erst vorgenommen werden, wenn man einen Einblick in den Bau und das
Leben der Gesamtheit gewonnen hat.
Das Buch besteht aus drei Abschnitten:
I. Bau des menschlichen Körpers.
II. Beschreibung der Tiere
III. Allgemeine Zoologie: Elementarorgane des tierischen Körpers, die wichtigsten
Organe und ihre Verrichtungen, die wichtigsten Lebensbedingungen der Tiere, Entstehung
der Tiere, geographische Verbreitung der Tiere, Aufenthalt der Tiere, Vorweltliche Tiere,
der Mensch.
Das Buch giebt aus jeder Seite Zeugnis von der Sorgfalt, der eingehenden Kennt
nis des Gegenstandes und dem treuen Fleiße des Verfaffers. Da derselbe Seminarlehrer
ist, so wird es in erster Linie dem Unterrichte in der Zoologie im Seminar zugrunde
gelegt werden, und wir stehen nicht an, es für eins der brauchbarsten für diesen Zweck
zu erklären. Die 216 Abbildungen sind sämtlich klar und wohlgelungen. Im ersten
Abschnitt ist die Knochen- und Muskellehre etwas eingehend behandelt worden. Derselbe
soll aber nicht eine besondere Anthropologie entbehrlich machen. Das Buch kann in
jeder Beziehung empfohlen werden.
3. Friedrich Baade, Seminarlehrer: Naturgeschichte in Einzelbildern, Gruppenbildern
und Lebensbildern. I. Teil: Tierbetrachtungen. Halle, Verlag von Hermann
Schwede!. Preis 2,80 M.
Bei Betrachtung der Tiere ist nachstehend bezeichneter Unterrichtsgang befolgt worden:
1) Die Schüler lesen vom Anschauungsmaterial die Beschreibung unter An
leitung des Lehrers ab.
2) Der Lehrer teilt die Züge aus dem Leben des Tieres mit, die die Kinder nicht
selber beobachten konnten.
3) Im Lehrgespräch werden die Beziehungen zwischen Körperbau und Lebensweise
gemeinsam aufgesucht.
4) Die Darlegung der Bedeutung für Naturhaushalt und Menschenleben kann im
Lehrgespräch geschehen, erfordert auch oft den Vortrag des Lehrers.
Bei den niederen Tieren hält es der Verfaffer oft für zweckmäßiger, die Darlegung

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.