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I. Abteilung. Abhandlungen.
„So tauml' ich von Begierde zu Genuß, —
Und im Genuß verschmacht' ich nach Begierde."
Weiter v. Hartmanns sog. „Philosophie des Unbewußten."
Sie ist eine Metamorphose von Schopenhauers Lehre, teilweise in der Rich
tung zum Besseren, im Anschluß an das frühere Schellingsche System.
v. Hartmanns Philosophie will den subjektiven Material-
Jntellektualismus nur umbilden — in einen objektiven kosmischen; sie
wurzelt in der Identifizierung des Willens mit dem zweckmäßig wirkenden
Triebleben der Natur, und in der Verkennung eines selbständigen
geistigen Daseins; sie zieht besonders an dadurch, daß sie einen Grund
zug der deutschen Philosophie, (von Leibniz, — Kant, Fichte, — be
sonders Schelliug und Hegel) fortführt, der nämlich seinen Ausdruck findet in
der Lehre von einem unbewußten geistigen Leben nicht bloß im Geiste selbst, son
dern auch in der Natur.
„Steckt ein Riesengeist darinnen,
Ist aber versteinert in allen Sinnen." (Schelliug.)
Es wird nun ausgeführt — mit vielen Thatsachen, wie es bisher noch
nicht geschehen—; die unbewußte, aber zweckmäßig bildende Thätig
keit im leiblichen Organismus der Pflanzen- und Tierwelt, in allen Gebieten
des geistigen Lebens: im Denken und Fühlen, im sittlichen Wollen und Han
deln, in der Kunst, in der Sprache und in der Geschichte; aber auffallender
weise findet keine Beachtung: das höchste und edelste Gebiet des unbe
wußten Geistlebens, welches Kant in dem in jedem Sinnenmenschen unbewußt
wirkenden Jdealmenschen nachzuweisen anfing.
Diese Lehre schließt wieder ab in einem höchsten absoluten Princip
der All-Einheit, das kein Bewußtsein, gleichwohl aber (ein innerer
Widerspruch) Allweisheit besitzen soll.
Sie will ferner zwei Extreme verknüpfen: Schopenhauers Lehre
von der Unvernunft des Wollens und dem Elend des Daseins —
mit Leibnizs Ansicht von der bestmöglichen Welt; behauptet aber, daß diese
(Welt) immer noch schlimmer sei als gar keine; und endigt daher mit der
Lobpreisung des Todes, als der völligen Vernichtung der Persönlichkeit und als
das Ende des allgemeinen Schmerzes des Daseins.
Wider v. Hartmann: ä) Widerspruch: das allw eise Unbewußte soll
die Erz du mm heit begangen haben, das Unlogische im Weltentwicklungs-
prozeß zum aktuellen Sein zu bringen, — und seine Logik sich demnach die
Aufgabe setzen müssen, die Welt in Nichts zurückzuwerfen.
5) Blindheit: es wird ungerechtfertigt und erfahrungswidrig 1. die
unbewußte, vorzüglich in I n sti nkth a n d l u ng en hervortretende Zweck
thätigkeit im Naturleben gleichbedeutend genommen mit dem vor bewußten, aber

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