Aus dem Nachlasse t F. W. Dörpfelds.
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in das Bewußtsein stets emporsteigenden Geistesleben; 2. und infolge der
pantheistischen Grundansicht wird die geistig sittliche Persönlichkeit und Un
sterblichkeit geleugnet.
o) Gemeinheit: es werden (wie bei Schopenhauer) solche sittlichen Ver
hältnisse, welche — wie z. B. das Geschlechtsleben — eine sinnliche Seite haben,
aber gerade von dem Menschen vergeistigt und versittlicht werden sollen und
können, nur von der niedrigen, sinnlichen Seite aufgefaßt, und in un
würdiger Weise besprochen.
ä) Bramarbasieren: Wider den angeblichen Beweisgrund gegen die
Unsterblichkeit, „daß diesem Glauben nur der Philister huldige," hat ein wackerer
deutscher Bürgersmann (Moritz Müller aus Pforzheim) bereits mit Recht ge
sagt, daß gerade alle großen Männer diesen Glauben gehegt, der Philister da
gegen — jene Dutzendware von Menschen, die im Leben sortduseln, sich am
wenigsten um ein Jenseits kümmert. (Goethe, mit Falk über die Seelenwande
rung sprechend, wobei ein Hund immer dazwischen bellte, sagte: „Mich kriegst
du so weit nicht herunter.")
Weiter — dazu tretend und verstärkend — vom naturwissenschaftlichen
Standpunkt: die Lehre Darwins, wie die vorhergegangenen Theorien von
Mill (Logik), von Buckle und Leky (Kulturgeschichte), welche gleichfalls den
Erfahrungsstoff einseitig und irrig auslegten.
Es lag in der ganzen von dem Höheren zu dem Niederen abfallenden
Richtung, daß nachdem von allen Seiten nur das Sinnliche und Tierische
im Menschen als Kern und Wesen desselben dargestellt war, nun die Wissenschaft
auch grundsätzlich den Menschen auf das Tier herunterbrachte. (Mill, Buckle
und Darwin wurden mit offenen Armen aufgenommen.)
Woher diese Strömung? Allgemeiner Grund: im Mittelalter
herrschte (in der Wissenschaft und im Leben) ein unvermittelter Dualismus
— Geist und Natur, Geistliches und Weltliches, Kirche und Staat.
In der neuern Zeit darum: das Suchen und Streben nach Einheit von
Göttlichem und Menschlichem, — Geist und Natur — Staat und Kirche.
Cartesius ^Philosophie): noch schrofferer, keine Vermittlung zulassender Dua
lismus — die denkende und die ausgedehnte Substanz.
Dagegen Spinoza — Einheit suchend, und zwar: Geist und Natur nur als
zwei Attribute einer und derselben absoluten Substanz. (Andere — anders.)
Mittlerweile wurde auf dem politischen Gebiete (von Fichte philosophisch
begründet) die Einheitrichtung im Staate zur Geltung und jüngst zum Ab
schluß gebracht.
In Frankreich, welches in allen Gebieten zuerst die Einheitrichtung er
greift, — trat aus: Lama rk (1808) — „philosophie zoologique“ —, der
nachweisen wollte, daß die ganze Entwicklung (Mannigfaltigkeit) des Tierreichs

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