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I. Abteilung. Abhandlungen.
nur eine stete, durch Einwirkung äußerer Umstände vollzogene Umbildung
eines niedrigsten Urtieres sei.
Gleichzeitig in Deutschland hatte Schellings (und Oken) Naturphilosophie
eine Entwicklungstheorie aufgestellt, aber umgekehrt vom Absoluten und von
der Idee ausgehend.
Als diese Theorie sich dem Ende zuneigte, wurde sie nochmals in Frank
reich der Ausgangspunkt für die Entwicklungstheorie von Geoffroi St. Hi-
laire — der aber mehr die innern Momente beachtete, aber schlagend wider
legt (in der denkwürdigen Sitzung der Akademie vom 22. Febr. 1830) — durch
Cuvier — welcher nachwies: daß, so weit die geschichtliche Erfahrung reiche,
niemals eine wesentliche Umbildung einer Art vor sich gegangen sei.
England hatte seinen Beitrag zur Einheitstheorie noch nicht geleistet; da
trat auf Darwin: seine Theorie ist die Übertragung der national-ökonomischen
Lehre seines Landsmanns Malthus auf das naturwissenschaftliche Gebiet. Mal-
thus behauptete (Principles of population, 1803), die Bevölkerung ver
wehre sich in geometrischer Proportion - 1, 2, 4, 8 u. s. w., die Lebens
mittel dagegen nähmen zu in arithmetischer Proportion - 1, 2, 3, 4
u. s. w. — daher: „Viele seien zum Bankett des Lebens geladen, aber wenige
auserwählt" — indem bei dem ökonomischen Kampfe ums Dasein ein großer
Teil aus Mangel, Elend u. s. w. wieder zu Grunde gehe.
Darwin überträgt dieses Gesetz auf die gesamte organische Natur; er be
hauptet : es gebe keine ursprünglichen und festbleibenden Artunterschiede im Pflanzen-
und Tierreiche, sondern alle Pflanzen und Tiere hätten sich vielmehr im
Kampfe ums Dasein von einer oder einigen niedrigsten Pflanzen und Tieren zu
immer höhern Stufen ausgebildet — durch Untergehen der Schwächern,
Überleben der Kräftigern und Vererbung der vorzüglicheren Eigen
schaften — auch der Mensch selbst könne nur von einem Tiere abstammen.
Kritik: a) die Umbildung der Tiere betreffend: Darwins Lehre
ist bis jetzt eine reine Fiktion geblieben, indem noch nirgends eine Um
bildung einer Art nachgewiesen ist — (darum sind auch angesehene frühere An
hänger (z. B. Wallace) wieder von ihr abgefallen). Sie wurzelt in einer
öden und wüsten Anschauung der Natur, indem sie alle Bildung ohne innere
Gesetzmäßigkeit und typische Ordnung abhängig macht vom Zufalle und vom
Ausgange des Kampfes um das Dasein. Schon im Tierreich gilt die
Erfahrung, daß die im wilden Zustande verharrenden Tiere sich nicht veredeln,
sondern eine Veredlung nur bei menschlicher Pflege eintritt.
6) Noch mehr ist Einsprache gegen diese Theorie zu erheben, wenn
sie beim Menschen nur die Fortbildung eines Tieres sehen will, weil hier auch
die Kulturgeschichte, die Sprachwissenschaft und die Psychologie
mitzusprechen haben.

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