Aus dem Nachlasse t F. W. DörPfelds.
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Voraus ist auf den Mißbrauch hinzuweisen, der bei dieser Frage mit der
Naturwissenschaft selbst getrieben wird, die doch vor allem auf Erfahrung
sich stützen soll. Z. B.; bis vor kurzem hieß es: der Mensch stamme vom
Affen ab (Adam — Schiefzähner). Jetzt sagt selbst der angesehenste Anhänger
Darwins, Huxley: das sei unmöglich; „da jeder der einzelnen Knochen
des Gorilla Zeichen an sich trägt, durch welche er leicht von den entsprechenden
Knochen des Menschen unterschieden werden kann" — (wie Cuvier schon) —
„daß in der jetzigen Schöpfung kein Zwischenglied den Abstand zwischen Men
schen und Affen ausfüllt." Nun aber — damit doch der Mensch vom Tiere
stamme, stellt man die Forschungsmethode, wonach jede Theorie aus der Er
fahrung abgeleitet und kontrolliert werden muß, auf den Kopf und fingiert, daß
Affe und Mensch als Seitenverwandte (als Geschwister oder Geschwister
kinder) von einem unbekannten, spurlos untergegangenen tierischen
Stammvater anzusehen seien (Häckel!). (So wird Naturwissenschaft - Naturfaselei.)
Die Geschichte bezeugt, daß kein einziges Volk sich aus einem
solchen rohen, wilden oder tierähnlichen Zustande, in welchem bis
heute noch manche Stämme in Asien, Afrika und Amerika leben, durch sich
selbst zu einer höhern Kultur hat emporschwingen können. (Wohl haben auch
in Europa früher niedrigstehende Menschenrassen (mit Höhlenbären und Höhlen
löwen) gelebt, allein die heutigen Kulturvölker Europas sind nicht Abkömmlinge
jener alten Rassen, sondern indo-europäische Stämme, welche jene vertilgt haben,
wie jetzt noch in Amerika die Indianer vor den Angelsachsen verschwinden.)
Die Sprache — d. h. die reflektierte und artikulierte — im Gegensatz
zu den bloß tierischen Lauten, durch welche sich die Tiere verständlich machen,
beweist deutlich den Unterschied zwischen Tierseele und Menschengeist,
weil es sonst möglich sein müßte, dem nächsten stammverwandten Tiere die An
fänge einer artikularen Sprache (die ein früherer Bruder einmal geschaffen haben
soll), jetzt durch langjährige Übung beizubringen, was doch viel leichter als ein
Selbstschaffen sein müßte.
Das Selbstbewußtsein — insbesondere die Vernünftigkeit —
bezeugt das Dasein einer höher stufigen Geisteskraft dadurch, daß diese
Geisteskraft alles Sinnliche auf nicht-sinnliche (für den tierischen Verstand
absolut unbegreifliche) Gesetze und Ursachen, und alle besonderen Ur
sachen auf eine höchste Ursache zurückzuführen vermag.
Die Vernunft ist auch der höhere Grund des inneren Selbstvernehmens
im Selbstbewußtsein, des einheitlichen Zusammenfassens im Ich, der Persön
lichkeit, und befähigt den Geist, das unmittelbare Empfinden, Vorstellen und
Begehren — welches auch der tierischen Seele nicht abzusprechen ist — wiederum
zum Gegenstände des Nachdenkens, der billigenden oder verwerfenden Beurteilung
zu machen.

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