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I. Abteilung. Abhandlungen.
Religionsunterricht und Schulaufsicht im Rahmen des
Volksschulgesetzes.
jPromemoria, Dem IX. Deutschen Evangelischen Schulkongreß sowie der Vertreter-Ver
sammlung des Verbandes deutscher evangelischer Schul- und Lehrervereine ganz er
gebenst überreicht von Dr. Adolf Pohlmann, Rektors)
Vorbemerkungen.
A.
1. Die höchste Aufgabe der menschlichen Gesellschaft ist in jeder, besonders auch unserer
Zeit, möglichst viele religiös-sittliche Werte zu erzeugen.
2. Diese Werte werden durch menschliche Arbeit geschaffen.
sDaß derselben der göttliche Beistand und Segen nicht fehlen darf, gehört
wie die Erwägung der unmittelbaren Wirkungen der Gnade und das „Bete!" bei
dem „Arbeite!" in des Herzens Kämmerlein und fällt aus unserer dem Menschen
werk und seiner Organisation geltenden Betrachtung aus.j
je besser und reichlicher solche Arbeit geschieht, desto gehaltvoller und lebenskräftiger
ist die Religiösität und Sittlichkeit des Volkes.
(Alle Überlegungen und Maßnahmen zur Hebung der letzteren, welche von
einer Förderung der Arbeit absehen, führen „weiter von dem Ziel."!
3. Die möglichste Vervollkommnung dieser Arbeit ist daher dasjenige, was uns
im Kampfe gegen die sittlichen Schäden und Gefahren der Gegenwart obliegt.
4. Das gilt zunächst und zumeist von einer für die Religiosität des Volkes grundlegenden
Arbeit, dem Religionsunterricht.
B.
1. Jede Unterrichtsarbeit muß, um möglichst gut und wirksam zu werden, von den
zu ihr Berufensten ausgeführt werden,
von derjenigen Gemeinschaft, welche den Inhalt, die substantielle Grundlage der
Arbeit schafft ssoweit dies durch Menschen geschieht!, ausgestaltet und fortbildet, durch
ihre für die Arbeit besonders vorgebildeten Beauftragten.
2. Die Erteilung und die von ihr nicht zu trennende Leitung des Religions-Unterrichts
liegen der berufenen Pflegerin der Religion, der Kirche, ob,
und die Güte und Wirksamkeit dieser ihrer Doppelarbeit ist vor allem durch die
Tüchtigkeit ihrer Religionslehrer und der von ihr mit der Leitung des Religions
unterrichts betrauten Personen bedingt.
3. Die Leistung der Gesamtarbeit schließt naturgemäß die unablässige Fürsorge
für die möglichste Vervollkommnung der Arbeit ein.
4. Die Verantwortlichkeit der Kirche gebietet ihr, darauf zu bestehen, daß die ihr ob-
liegende Arbeit überall in ihrem Aufträge und nach ihren Anordnungen geschehe.
Sie ist zu dieser Forderung auch deshalb verpflichtet, weil ihr für ihre wissenschaft
liche Thätigkeit (siehe Satz Bl!) die bei der Arbeit zu machenden rückwirkenden Er
fahrungen möglichst reichlich zufließen müffen.
6.
1. Aus zahlreichen inneren und äußeren Gründen, namentlich um der Einheitlichkeit der
Erziehung und des Gehaltes und des Charakters der Schulerziehung willen, darf die
') Dies Promemoria ist vom Verfasser für diesen Abdruck um die „Schlußbemer
kung" und einige kleinere Zusätze erweitert. $>• Schrift!.

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