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I. Abteilung. Abhandlungen.
unb die Volksschullehrer. sDie mittlere der drei Gruppen kann in einer die
Volksschule betreffenden Verhandlung ausfallen.)
Die Geistlichen geben den pfarramtlichen Unterricht als Beamte der Kirche,
die Volksschullehrer den Schul-Religionsunterricht ebenfalls (nicht kraft ihrer
Eigenschaft als Bürger und Diener des paritätischen Staates, sondern) als Glieder
und Beauftragte der Kirche, zwar auch auf Wunsch und Befehl des Staates,
aber im Sinne und nach den Anordnungen der Kirche (die eine formale Ein
wirkung — Kontrolle — der staatlichen Schulbehörden zulassen muß). „Kirch
licher Unterricht" ist jede der beiden Unterweisungen, und Geistliche wie Lehrer
erteilen sie als Organe der Kirche.
Dabei leuchtet von selber die Notwendigkeit ein, daß die doppelte Arbeit
dieser Organe einmal um ihrer Wichtigkeit willen möglichst gut und dann, weil
sie an denselben Schülern geschieht, möglichst einheitlich gethan werde, das heißt
bezüglich der Organisation, daß erstens in der Vorbildung beider Gruppen der
Religionslehrer nichts versäumt werde (was für die Volksschullehrer unter an
derem die staatlich kontrollierte fachkundige kirchliche Leitung des Religionsunterrichts
an den Seminaren bedeutet), und daß zweitens der Unterricht der Geistlichen
und der Lehrer zugleich in Freiheit und in Ordnung (unter Leitung), in letzterer
besonders auch bezüglich der Einheitlichkeit, erteilt werde.
V. Die Leitung des Religionsunterrichts der Volksschule übt die Kirche teils
durch ihre höheren Behörden, teils durch ihre Inspektoren aus.
Von den ersteren gehen die allgemeinen Anordnungen, insbesondere die
jenigen über die Grundlinien der Lehrpläne, sowie die Entscheidungen in Be
schwerde- und anderen schwierigen oder wichtigen Einzelfällen aus.
Den Inspektoren liegt — nach Instruktion und unter Kontrolle jener —
b : e unmittelbare Beaufsichtigung und Pflege des Unterrichts ob, einschließlich
der Mitwirkung bei der den Lehrern zustehenden Ausarbeitung der örtlichen Lehrpläne.
VI. Diese volle Inspektion des Religionsunterrichts (seines Was und Wie)
kann infolge der Veränderung aller Verhältnisse, der dringenden Notwendigkeit
der erreichbar besten Gestaltung der ganzen religiösen Jugendunterweisung und
der hochgesteigerten Schwierigkeiten der letzteren nicht allgemein von den Orts
geistlichen und den Superintendenten (Dechanten) geleistet werden, sondern
die Jnspektionsarbeit muß für den Schul- und den pfarramtlichen Religions
unterricht —- für beide zugleich auch um ihrer sonst immer Stückwerk bleibenden
und wieder zerfallenden, wenn überhaupt zustande kommenden Vereinheitlichung
willen — durch gründlich fachkundige, mit beiden Unterrichtsarten vertraute be
sondere Synodal- (Dekanats-) Inspektoren, ältere Geistliche, gethan
werden, mit Hilfe von Konferenzen teils der Geistlichen und der Lehrer, teils
(für den pfarramtlichen Unterricht) der Geistlichen allein?)
0 Wir Lehrer und anderen Laien haben das gleiche Interesse an einer möglichst

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