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I. Abteilung. Abhandlungen.
willen versagt werden, dessen öffentliche pfarraintliche Verkündigung nicht durch
die Staatsgesetze verboten ist.
3. Die Inspektion des Religionsunterrichts wird in jedem Jnspektionskreise
(Synodal-, bezw. Dekanatskreise oder einem Teile desselben) durch einen von der
Kirche aus den Pfarrern des Kreises ernannten Inspektor ausgeübt. (Die In
spizierung des Religionsunterrichts durch den Ortsschulinspektor und den Orts
geistlichen, den Kreisschulinspektor und den Superintendenten sDechantenj als solchen
fällt weg.)
4. Die pädagogische Befähigung dieses Inspektors muß der Schulaufsichts
behörde in einer gesetzlich geordneten Weise nachgewiesen worden sein.
5. Die Schulaufsichtsbehörde kann einen Inspektor auf Grund bestimmter,
mit einem geordneten Schulbetriebe unverträglicher Thatsachen zurückweisen.
6. Sämtliche Anordnungen des Inspektors sind schriftlich zu treffen
und im Schularchiv aufzubewahren. (Das „Anordnen", Befehlen, soll stets zu
gleich schriftlich geschehen, auch damit es wie nicht zu reichlich so mit sorgsamster
Überlegung erfolge; für das Empfehlen, das Belehren, Anleiten, Anregen, Kriti
sieren und Prädizieren bleibt es dem Belieben des Inspektors überlassen, ob er
der mündlichen Besprechung eine Auslassung mit der Feder hinzufügen will.)
7. Der zuständige Regierungsschulrat hat das Recht, den Jnspektionsbesuchen
des Inspektors und den von ihm angeordneten Konferenzen beizuwohnen.
8. Der Inspektor ist verpflichtet, der Schulaufsichtsbehörde die von ihr er
forderten Gesamt- und Einzelberichte über den Stand des Schul-Religionsunterrichts
in seinem Jnspektionskreise zu erstatten.
9. Die von den Kirchenbehörden den Inspektoren erteilten Instruktionen sind
der Schulaufsichtsbehörde abschriftlich mitzuteilen. —
B. Die SchutauMcht.
I. Hauptträger und Leiter der Volksschule als der allgemeinsten Ver
anstaltung für die Volksbildung im vollen Sinne des Wortes ist der Staat als
die umfassendste Kulturgemeinschaft.
II. Infolge dieser seiner kulturellen Aufgabe wahrt der Staat bei der
Organisation der Volksschule in naturgemäßem Verhältnis die Interessen und
Rechte aller an derselben interessierten Kulturfaktoren und Gemeinschaften:
1. des Staates selber, als der Volkseinheit,
und seiner Teile, insbesondere der bürgerlichen Gemeinde, als des wirt
schaftlich zumeist beteiligten Verbandes,
2. der Kirche als der berufenen Pflegerin der religiösen Interessen,
3. der Familie als der Inhaberin und nächsten Hüterin der Kinder, —
dazu

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