Religionsunterricht und Schulaufsicht rc.
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4. der die Schularbeit ausführenden Lehrerschaft um dieser Arbeit willen
und im Hinblick auf dieselbe.
III. Die Volksschulverfassung erbaut sich auf ihren natürlichen Grundlagen,
unter welchen die konfessionellen Ortsschulgemeinden die für den
erziehenden Unterricht, für Schule und Haus und Lehrerschaft erwünschtesten, über
haupt zweckentsprechendsten sind,
und bringt die Interessen und Rechte aller Interessenten durch die ebenfalls
naturgemäße und um der friedlichen und gesunden Entwicklung der Volksschule
willen nicht länger zu umgehende Einsetzung repräsentativer Schulkollegien in
Schulgemeinde sSchulbezirkj, bürgerlicher Gemeinde, Kreis, Regierungsbezirk und
Staat zur Geltung.
Da, wo Schulgemeinden noch nicht erwachsen sind, auch keine Schulsocietäten
bestehen, müssen wenigstens Schulbezirke von zureichender Selb
ständigkeit hergestellt werden, auch in Großstädten, auch da, wo die Bezirke
nach Lage der Dinge nur simultanen Charakter erhalten können.
sEs kommt nicht darauf an, daß die Tragsteine des Schulverfassungsbaus
sämtlich das gleiche Gepräge haben, was ja auch in jedem wirtschaftlich viel
fältigen und konfessionell gemischten Staate schlechthin unmöglich ist, sondern dar
auf, daß keiner von ihnen fehlt, und daß sie alle tragfähig sind und in zweck
mäßiger Weise miteinander verbunden werden. Auch für die Volksschule muß
endlich durch Beseitigung jeder Bevormundung, kirchlicher, staatlicher,
kommunaler, gutsherrlicher, durch geordnete Zusammenfassung der
Nächst- und Meist beteiligten zu Selbstverwaltungs-Körper
schaften die freie und interessierte Thätigkeit mündiger Männer, die Teilnahme
aller liebenden und einsichtigen Elternpaare wirksam gemacht werden. Alle dem
widerstrebenden Einflüsse in Stadt und Land müssen von einer-
kraftvollen, der Gerechtigkeit und der Notlvendigkeit ihres
Vorgehens sich bewußten Regierung zurückgedrängt, der von der
finanziellen Unzulänglichkeit zahlreicher kleineren Gemeinschaften hergenommene Ein
wand mit dem Hinweis daraus abgewiesen werden, daß bei der Auswahl und
der Herrichtung der Fundamentstücke einer Schulverfassung doch noch eine Reihe
anderer Momente in Betracht kommt, die nicht weniger wesentlich sind als das
finanzielle, und daß hinsichtlich des letzteren ja überall die ergänzende Hilfe der
größeren Verbände eintreten kann, wie diese selber alle eine solche vom Staate
erfahren; eine Berücksichtigung entgegenstehender theoretischer Befürchtungen endlich
ist durch die beiden Thatsachen ausgeschlossen, daß solche Körperschaften in Land
schaften von großer landwirtschaftlicher wie industrieller Entwicklung seit alter Zeit
zum Heile der Volksschule bestehen, und daß auf dem Schulgebiete mit seinen
einfacheren Aufgaben die Selbstverwaltung doch mindestens so leicht ist wie in

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