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I. Abteilung. Abhandlungen.
wird erkennen, mit wie viel höherer Freudigkeit und größerem Erfolge nunmehr
Lehrer und Geistliche das Werk der Kirche, das Werk des Herrn treiben.
Und dann wird die Kirche — namentlich nach dem (durch das Vertrauen
auf die eigenen Religionslehrer sowie durch ihre Beteiligung an der Schul
verwaltung und manche andere Umstände ermöglichten) gleichzeitigen Wegfall jeder
kirchlichen Inspizierung der Schularbeit außerhalb des Religionsunterrichts —
sich in höherem Grade verpflichtet und gedrungen fühlen, ihre Fürsorge auf die
Vervollkommnung dieses ihres Unterrichts zu richten und die Fürsorge selber
besser und wirksamer zu gestalten; die ganze religiöse Jugendunterweisung, das
Fundament aller kirchlichen Thätigkeit, wird durch das einheitliche Schaffen und
Wirken der nun leicht zu einer geordneten Arbeitsgemeinschaft zu vereinigenden
beiden größten Gruppen der Religionslehrer der Kirche eine wesentliche und
bleibende Verbesserung erfahren.
Zusatz: Dafür, was der Staat mit dem durch den kirchenbehördlich an
geordneten Verzicht der Geistlichen vakant gewordenen Amt der Ortsschulinspektion
macht, trägt die Kirche keinerlei Verantwortung. Auch braucht sie sich keine
Sorge darum zu machen. Denn einmal ist die Kirche verpflichtet, ihre eigenen
Interessen zu wahren, so gut sie vermag, und ist nicht gehalten — auch eine
Dienerin hat ihre Würde — sich vom Staate ein Amt, je nach dem Schwanken
der Politik, nach dem Wechsel der Ansichten der staatlichen Oberen, heute hier
geben, morgen dort nehmen zu lassen. Und zweitens hat der Staat jetzt Mittel
und Wege genug, bei völliger Aufhebung des Amtes sein und der Schule Inter
esse wahrzunehmen. (Genügt es für die Kirche nicht vollständig, wenn die Geist
lichen — neben den Rechten der Seelsorge — als Vorsitzende des Schul
vorstandes die diesen zukommenden Befugnisse (vgl. BIV!) haben, wenn sie den
Volksschulen gegenüber dieselbe Stellung einnehmen, die manche von ihnen als
Vorsitzende der Kuratorien der mittleren Schulen inne haben? Nicht als ob
wir der Meinung wären, den Vorsitz des Geistlichen noch neben seiner Mit
gliedschaft und neben der Konfessionalität der Schule und des Schulvorstandes
als für die Kirche oder für die Schule notwendig fordern zu müssen; wir räumen
ihn aber gern ein und empfehlen ihn, zur Erleichterung des Friedensschlusses
und weil wir durchaus gewillt sind, auch der Tradition jede zulässige Achtung
zu bezeugen.)
II. Die Kirche besteht auf der gesetzlichen Einsetzung der in
Preußen verfassungsmäßigen vollen kirchlichen Leitung des
Schul-Religionsunterrichts
und verzichtet auf das staatliche Zugeständnis einer kirch
lichen Inspizierung des übrigen Schulbetriebs.

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