Religionsunterricht und Schulaufsicht rc.
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sDie Kirche ist in Preußen formell und sachlich berechtigt und verpflichtet,
zu fordern, daß die Verfassungsbestiinmung „Den religiösen Unterricht in der
Volksschule leiten die betreffenden Religionsgesellschaften" schlechthin ausgeführt,
daß die Ausführung durch Gesetz geordnet werde; sie darf und braucht sich von
dem klaren Wortlaut des Satzes und der allgemein gültigen Bedeutung der
einzelnen Worte nichts wegkünsteln, keinerlei Einschränkung in die ihr hier zu
gebilligte Leitung des Religionsunterrichts hineindeuteln zu lassen (vgl. ,Der
Schulfriede^, Seite 68!). Es Handel: sich hier um das allerwichtigste Recht der
Kirche, um dasjenige Recht, dessen sie bedarf, um ihre Pflicht, ihre Arbeit in
der Schule thun zu können (sieh 6 a) Anmerkg.!), und ein solches Recht ver
trägt selbstverständlich keinerlei Abschwächung, muß mit zäher Entschiedenheit ganz
behauptet werden. Ist dazu nicht für alle „kirchlichen Kreise" auch die Thatsache
eine willkommene Mahnung, daß in der durch den ,Schulfriedeist angeregten Er
örterung die angesehensten liberalen Führer der deutschen Lehrerschaft dieses Recht
öffentlich ganz uneingeschränkt anerkannt haben?)
III. Die Kirche richtet eine bessere, allseitig fachkundige
und erfahrene Beaufsichtigung und Pflege des Religions
unterrichts und zwar eine einheitliche für den Volksschul- und
den pfarramtlichen Religionsunterricht ein: eine geistliche
Synodal- sDekanats-)Jnspektion, die der — auch den Seminar-
Religionsunterricht leitenden — kirchlichen Provinzialbehörde
unterstellt ist.
sEs ist im höchsten Grade wünschenswert, daß den theologisch und päda
gogisch zuständigen kirchlichen Synodal- sDekanats-)Jnspektoren auch die Beratung
und Pflege des pfarramtlichen Religionsunterrichts übertragen werde,
und daß die Synodal- sDekanats-)Jnspektionen — unter der Leitung der
Provinzial-Konsistorien sbischöslichen Ordinariate) und ihrer Unterrichtsräte —
in ihrer engen Verbindung mit den Geistlichen und den Volksschullehrern sich zu
ständigen Organen für die Vereinheitlichung des pfarramtlichen und
des Volksschul-Religionsunterrichts sowie für die stetige Vervollkommnung
der gesamten religiösen Jugendunterweisung ausbilden.)
Schlutzbemerkung.
Die Aufgabe der Gegenwart auf dem Gebiete des Jugend
unterrichts heißt für die Kirche:
Erhöhung der kirchlichen Freudigkeit der Lehrer, na
mentlich der Volksschullehrer, ihrer Hauptorgane in der all
gemeinsten Bildungsanstalt für die Volksjugend, und

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