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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
schenkt. Die diesbezüglichen Forderungen lauten: „Konfession alität der
Schule. Möglichste Durchführung einer einheitlichen Volks
erziehung in den ersten Schuljahren (Einheitsschule). Gesetz
liche Zulassung freier Schulen unter staatlicher Aufsicht. Aus
reichende Staatsbeihilse zum Besuch höherer Schulen für be
gabte Kinder der unbemittelten Stände. Gesetzliche Neuordnung
des Verhältnisses von Kirche und Schule. Fachliche Schulaufsicht"
Wer diese Forderungen und Ziele unbefangen prüft, wird zugestehen müssen, daß
dieselben sowohl an der geistig-religiösen Grundlage eines gesunden Schul- und
Erziehungswesen festhalten, als auch andrerseits in technischer Hinsicht den neu
zeitlichen Verhältnissen gerecht werden.
Wir weisen ferner darauf hin, daß das christlich-sociale, Herrn Hofprediger
a. D. Stöcker nahestehende „Volk" schon seit Jahren energisch für eine sociale
und pekuniäre Hebung unsers Standes und für Fachaufsicht eingetreten ist. Auch
von den oben erwähnten Artikeln in der „Konservativen Monatsschrift" hat es
Notiz genommen und beginnt einen Bericht darüber mit folgenden Worten: „In
der „Konservativen Monatsschrift" spielt sich seit einigen Monaten ein interessanter
Meinungsaustausch über die Frage der geistlichen Schulaufsicht ab. Als
ihr Hauptbefürworter hat sich ein Dr. R. hervorgethan. Dagegen haben mehrere
konservative Lehrer ihre Stimme erhoben und zwar mit Gründen, die
uns unwiderleglich scheinen."
Endlich sei noch der von Pastor Naumann in Frankfurt, dem neben
Stöcker bedeutendsten Vertreter der christlich-socialen Bewegung, herausgegebenen
Wochenschrift „Die Hilfe" gedacht, die ebenfalls den Fragen der Schule und
des Lehrerstandes eine besondere Beachtung zuwendet und darin einen Standpunkt
vertritt, der den Lesern des „Ev. Schulblatts" durchweg zusagen muß." Ph.
2. Die bayrischen Geistlichen und die Pädagogik.
In Bayern sind die letzten Jahre interessante Verhandlungen über die
Methode des Religionsunterrichts geführt worden. Wir können sie zum Teil
als typisch für die Stellung der Theologen zu Psychologie und Pädagogik ansehen
und geben darum hier einen kurzen Bericht.
Pfarrer Nägelsbach aus Fürth hatte auf der 21. allgemeinen Pastoral-
konferenz evangelisch-lutherischer Geistlicher Bayerns 1891 einen Vortrag über
den Religionsunterricht des Geistlichen in der Volksschule gehalten und darin in
scharfer Kritik des üblichen Verfahrens die Elemente eines psychologischen Religions
unterrichts gegenüber dem dogmatistischen vertreten. Er sagt u. a.: „Wie kontra
stiert die hygienische Sorgfalt, mit der die Kinder jetzt behandelt werden, mit der
psychologischen Sorglosigkeit auf dem Gebiet des Religionsunterrichts. Es wird
hier an den Kindern furchtbar gesündigt. Die abstrakte Form des Unterrichts,
das Hineinzwingen in logische Gedankenreihen, vor dem sich die nach Anschauung
verlangenden Kinder instinktiv zurückziehen, wie ein milchgewohnter Säugling vor
einem stahlhaltigen Mineralwasser, der dogmatisch-theologische Inhalt, der alles
kindliche Auffassungsvermögen weit übersteigt, das Hinarbeiten auf systematisch
gründliche, übersichtliche Erkenntnis, die der Natur des Kindes völlig inadäquat
ist, diese drei Grundfehler des herkömmlichen Religionsunterrichts sind die größten

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