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An die Leser.
bedeutet die äußere Mission, wenn nicht die notwendige Fortwirkung der in der Apostel
geschichte im Keime veranschaulichten Lenfkornkraft des Christentums? Ist für den
Zweck des Religionsunterrichts das wesentliche Mittel dieses, daß er die Schüler mit
Personen bekannt und vertraut macht, in denen dar Christentum verkörpert ist
(Christus Gestalt gewonnen hat), so gehören die großen Jünger Jesu aus der Geschichte
der äußeren und inneren Mission ganz notwendig zu diesem idealen Umgangskreis und
umsomehr, je mehr sie mit ihrem Wirken noch in die Gegenwart hineinragen (wie Mi
chern, Bodetschwingh, Mackay, im gewissen Sinne auch Gordon rc.). Kurz, der Religions
unterricht kann dieser Stoffe gar nicht entraten, auch wenn man sie nur als Hilfsstoffe
ansieht. Darum sind Handreichungen wie Warnecks bekanntes Buch Die Mission in
der Schule^— schon in sechster Auslage bei Bertelsmann erschienen, Preis 2 M. — und
nun auch Schäfers obengenanntes Seitenstück dazu für die innere Mission mit größtem
Dank zu begrüßen.Z Beide Bücher sind von den beiden berufensten Fachmännern ver
faßt, und insbesondere Schäförs Gabe zeugt von nicht geringem pädagogischen Ge
schick. Namentlich freuen wir uns der Heldengestalten aus dem Kriege der christlichen
Liebe wider Menschensünde und Elend, die uns Schäfer vom h. Laurentius an bis auf
Pestalozzi vorführt, welch letzterer es freilich mit einiger Verwunderung aufnehmen würde,
sich hier unter dem Pietismus untergebracht zu sehen! Schäfer macht mit Recht dar
auf aufmerksam, daß die Pädagogik der inneren Mission viel zu danken hätte, da grade
die von der letzteren begründeten Abnormschulen sehr viel Gelegenheit zu psycho
logisch-pädagogischem Studium geben. Übrigens müßte in der hoffentlich bald erschei
nenden 2. Aufl. das häßliche griechisch-lateinische Bastardwort ,Anormall getilgt werden:
es heißt entweder Anomal oder Abnorm!
Das Buch bietet zum größeren Teil ganz konkreten Stoff und wird auch abgesehen
von seinem Schulzmeck Lehrern und andern Gemeindegliedern eine willkommene, höchst
interessante, zum Teil tief ergreifende Übersicht und Einzelkenntnis über das große Werk
christlicher Liebesthätigkeit vermitteln. Ein Erbauungsbuch in Thatsachen! R— n.
An die Leser.
Mit der nächsten Nummer beginnt das Dörpfeldsche Schulblatt seinen vier
zigsten Jahrgang. Wir führten dieses Werk, das seinem Begründer so besonders
am Herzen gelegen, auch nach dessen Tode fort, weil wir glaubten, daß gerade
jetzt unter dem Zeichen der socialen Frage die Zeit koinmt, wo die Gedanken,
Wünsche und Forderungen des Heimgegangenen auf fruchtbareren Boden fallen
werden als es früher der Fall war. Jetzt also dürfte gerade eine pädagogische
Zeitschrift nicht fehlen, welche Dörpfelds Ideen zu pflegen und auf die Aufgaben
der Neuzeit anzuwenden sich zur besonderen Aufgabe setzt. Dazu wird auch noch
manches vorliegende Material aus seinem Nachlaß dienen und besonders wird es
uns im nächsten Jahrgang vergönnt sein, in das Werden der Dörpfeldschen Ge
danken und Bestrebungen tiefere Blicke zu thun, da uns aus der in Arbeit be
findlichen umfassenden Biographie eine Reihe von wichtigeren Abschnitten zur
Verfügung stehen.
Wir bitten aber auch, um unser Schulblatt wirklich auf der Höhe halten
und die uns sehr wohl bewußten Unvollkommenheiten immer mehr beseitigen zu
können, um energischere Mitwirkung unseres Leserkreises, namentlich in der
Werbung neuer Abonnenten. Die Schriftleitung.
i) Eben sehe ich auch noch ein neues Buch angezeigt, das denselben Gedanken in
umfassender Weise zu verfolgen scheint: Praktisches Christentum im Rahmen des
kleinen Katechismus Luthers von O. Pfennigsdorf, I. Hauptstück. 179 S. 2 M.
Wir werden darauf zurückkommen.

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