Die Herbartische Pädagogik in Holland.
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a) Der Lehrer lenke die Aufmerksamkeit der Schüler auf Dinge und Er
scheinungen, die in der Schule behandelt werden sollen.
5) Er rege die Schüler an, selber Fragen zu stellen.
0) Er lasse die Schüler mit zur Schule bringen, was im Unterricht ver
wertet werden kann.
ä) Er befördere die Selbstthätigkeit der Schüler außerhalb der Schule,
e) Er unternehme mit seinen Schülern Schulwanderungen und Schulreifen.)
3. Eine kritische Betrachtung zweier Rechenmethoden.
4. Das Zeichnen nach der Natur in der Volksschule (mit Lehrproben).
5. Lehrprobe über den Hebel.
6. Ein Konzentrationsbild. (Der Unterrichtsstoff einer Woche für die sechste
Klasse einer siebenklassigen Schule.)
7. Angelehnter oder selbständiger Aufsatzunterricht? (Das Blatt ist schon mehr
mals für angelehnten Aufsatzunterricht und für Anschluß des Sprachunter
richts an den Sachunterricht eingetreten.)
Diese Angaben werden hoffentlich einen Schluß auf den reichen Inhalt der
Zeitschrift gestatten. Mit Zagen wurde das Werk vor nun fünf Jahren be
gonnen; mit Stolz können die Herausgeber aber heute auf ihre Arbeit und die
Erfolge derselben zurückblicken. Die Leserzahl betrug im ersten Jahre etwa 180,
ist aber allmählich über 600 gestiegen. Für das kleine Königreich Holland ist
dieser Erfolg ein ganz bedeutender, vor allem deshalb, weil die Pädagogik und
ihre Hilfswissenschaften dort von vielen noch mehr als bei uns als „graue Theorie"
gering geschätzt werden. In Holland gehörten solche Erfolge, wie sie die Neue
Zeitschrift erzielt hat, bis heute zu den Seltenheiten. Mit Genugthuung konnte
daher im vorigen Jahre ein Amsterdamer Hauptlehrer in einer Broschüre über
die Konzentration der Lehrfächer, in der er auch vom großen Einfluß der Herbart-
schen Pädagogik sprach, die Thatsache berichten: „In unserm Lande wurde in
diesem Jahre eine pädagogische Zeitschrift ausverkauft!" Da sieht man, wie die
Neue Zeitschrift die Geister anzuregen vermocht hat. Möchten sich durch meine
Mitteilungen auch deutsche Lehrer veranlaßt fühlen, nähere Bekanntschaft niit dem
Blatte zu machen. Zwar werden wenig deutsche Lehrer der holländischen Sprache
mächtig sein, da zwischen uns und den Holländern von je her nur ein geringer
Wechselverkehr bestanden hat; doch wird die Lektüre der Zeitschrift einem Nord
deutschen, zumal wenn er etwas Englisch versteht, keine allzu großen Schwierig
keiten bereiten und ihm mehr Interesse abgewinnen, als er wohl voraussetzt.
Mich hat die holländische Zeitschrift in gleicher Weise interessiert, wie seiner Zeit
die Bündner Seminarblätter gethan haben, denen sie in mancher Beziehung ver
wandt ist. Wer diese gekannt hat, wird also wissen, was er von der Zeitschrift
von de Raaf und Geluk erwarten darf. Das Blatt kann entweder direkt vom
Verleger, I. B. Wolters in Groningen, oder durch Schreiber dieses bezogen
werden; der Preis für den Jahrgang (4 Hefte zu 4—5 Bogen) beträgt 2*/a Fl.
In diesem Jahre haben auch noch einige andere pädagogische Zeitschriften
Aufsätze über Herbart gebracht, sodann ist die Zahl der Schriften zur Einführung
in die Herbartsche Pädagogik neuerdings noch durch eine Übersetzung von Ufers
„Vorschule der Pädagogik Herbarts" bereichert worden.
Neben der litterarischen Thätigkeit, die ich hier nur kurz berührt habe,
fanden die holländischen Herbartiauer, insbesondere ihr Führer de Raaf, noch
mehrfach Gelegenheit, in Lehrerversammlungen für Herbart, Ziller und Dörpfeld

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