III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
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Amsterdam, eine vortreffliche Arbeit für den Anschauungsunterricht geliefert, näm
lich 21 farbige Wandtafeln und ein dazu gehöriges Lehrbuch für den „Sachunter-
richt in den beiden ersten Schuljahren." Infolge der Anregungen, die die Zeit
schrift von de Raaf und Geluk gegeben hat, ist in die Methodik der einzelnen
Unterrichtsgegenstände ein frischer Zug gekommen, der hoffentlich die holländische
Schule noch von manchem Schlendrian befreien wird.
Hiermit wären in kurzen Zügen die wichtigsten Bestrebungen zur Ausbrei
tung der Herbartschen Pädagogik in den Niederlanden gezeichnet. Die unermüd
liche Thätigkeit der holländischen Herbartianer hat einen Zweig der Schule Her
barts ins Leben gerufen, der ein würdiges Glied der Gesamtschule zu werden
verspricht.
Wir Deutschen dürfen herzliche Freude darüber empfinden, daß die großen
Männer, welche wir mit Stolz zu den besten unsers Standes zählen, auch im
Auslande so freundliche Anerkennung gesunden haben. Es hat mir deshalb auch
großes Vergnügen gemacht, meinen deulschen Kollegen diesen Bericht über Holland
zu geben. Ich will dabei nicht unterlassen, mit herzlichem Danke zu bekennen,
daß die Freunde in Holland mich mit großer Liebenswürdigkeit und Gastfreund
schaft aufgenommen, in die dortigen Lehrerkreise eingeführt und bereitwilligst mit
Nachrichten versehen haben. Ich glaube, meine Ausführungen ganz passend mit
einem Worte de Raafs schließen zu können. In „Hkt Schoolblad“ schreibt er
bei der Besprechung von Doumas Schrift über Schulwanderungen u. a. folgendes:
„Wir begrüßen das Erscheinell dieses Buches mit einem aufrichtig gemeinten
„„Willkommen."" Es liefert uns den Beweis, daß die neuen Bahnen auf didak
tischem Gebiet, die seit Jahren durch die Anhänger der Herbartschen Pädagogik
eingeschlagen worden sind, auch in unsern» Vaterlande mehr und mehr betreten
werden und daß man auch hier die alten Pfade zu verlassen beginnt. Wenn es
wahrscheinlich auch noch lange dauern »vird, bis die kleine Schar der Jünger
Herbarts, die vorauf geht, alle zur Nachfolge aufgeweckt haben wird, — — so
meinen wir an dem endlichen Sieg der neuen Gedanken doch nicht zlveifeln zu
dürfen."
Wickrathberg. W. Rheinen.
in. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
Sornmer, Dr. W., Zur Methodik
des litteraturkundlichen Unter
richts an Volks-, Mittel- u. höheren
Mädchenschulen. Prenzlau, Theophil
Biller. 1892. 1,20 M.
Die Schrift ist augenscheinlich auf dem
Boden der Praxis erwachsen und aus
reiner Liebe zur Poesie, wie zur Ju
gend entstanden. Sie verfolgt den Zweck,
die pädagogischen Grundsätze, die der
Kaiser in seiner Rede Ende 1890 aus
gesprochen hat, auch für die niederen
Schulen fruchtbar zu machen und in litte-
raturkundlichern Unterricht die Basis für
den nationalen Jugendunterricht zu suchen.
Der I. Abschnitt, in welchem über Zweck
und Ziel des litteraturkundlichen Unter
richts gehandelt wird, fesselt die Leser
durch seine ebenso richtigen als schönen
Ausführungen. Wir rechnen hierher die
Kapitel über die Tugenden des Fürsten
und des Volkes in der deutschen Dich
tung, über die Treue, die Vaterlands
liebe und das Nationalgefühl, über die

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