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I. Abteilung. Abhandlungen.
b) eine gemeinsame Hinwirkung auf:
das Hauptziel aller Unterrichte,
die Gesinnungs- und Charakterbildung.
Diese Forderungen gründen sich:
erstlich auf die Natur der Gegenstände, indem dieselben vielfach in
einer solchen Beziehung zu einander stehen, die eine gegenseitige Handreichung er
möglicht und darum wünschenswert macht;
zweitens auf die Natur des Geistes, indem eine Verknüpfung der Vor
stellungen auf dem psychologischen Gebiet dieselbe Bedeutung hat wie eine
Verkehrserleichterung (z. B. Brücken, Wegebau rc.) auf dem wirtschaftlichen.
Überdies aber ist die Vorstellungsverknüpfung eine Hauptbedingung der Ge
sinnungs- und Charakterbildung, weil eine feste Gesinnung und ein geschlossener
Charakter nur möglich sind bei einem einheitlichen Vorstellungskreise.
I. Hilfeleistung des Sprachunterrichts:
1. daß der Sprachunterricht bei den Litteraturstoffen — den religiösen
Gesicht'spunkt festhalte — nach oben weist;
2. daß der Sprachunterricht bei Erzählungen, Gedichten, Naturschilderungen,
Sprichwörtern rc. an die verwandten bekannten biblischen Geschichten,
Sprüche und Lieder erinnere;
3. daß der Sprachunterricht seinen Leseplan — in Beziehung setze zu dem
relig.-unterrichtl. Lehrgänge;
4. daß der Sprachunterricht die Bibelsprache rc. vertraut mache — gram
matisch und onomatisch und durch Leseübung.
5. Wörterheft.
6. Psychologisch-sprachliche Lektion.
II. Entgegenkommen des Religionsunterrichts:
1. Heranziehung (Verwertung) des verwandten, bekannten-Lesebuch-Stoffs.
2. Lesen — Memorieren —
a) sicher, geläufig;
b) deutlich, scharf artikuliert.
Die Überfüllung der Schulklassen in Preußen und ihre
scheinbare Beseitigung durch unvollkommene
Schuleinrichtungen.
Auch ein Beitrag zur Leidensgeschichte der Volksschule.
Von Ed. Thalfeld.
II. Folgen.
Um die Folgen solcher Zustände mit einem Worte zu bezeichnen, kann man
nur sagen: Sie bewirken, daß statt wahrer Bildung eine elende

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