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I. Abteilung. Abhandlungen.
ebensowohl der eingehenden Vorbereitung für jede einzelne Lektion heran. Da
durch fällt ihm auch der Gewinn, der durch die Ausarbeitung jeder Lektion dem
Lehrer erwachsen kann, voll und ungeteilt zn.
Noch will ich des Zusammenhanges wegen auch daran erinnern, daß neben
der mündlichen Repetition die schriftliche nicht versäumt werden darf;
obgleich sich der ersten mündlichen Repetition zunäcbst das lesende Wiederholen
aus dem Reallesebuche anschließen und diesem erst das schriftliche Repetieren
folgen soll.
Daß letzteres auf mannigfache Weise geschieht, versteht sich von selbst. Sei
es in der Form, daß die Schüler am Schluffe der Stunde in kurzen Worten
aufschreiben, was sie gelernt haben, d. h. also, daß sie die Hauptsachen auf
schrieben, oder auch so, daß sie am Schluffe der Stunde oder zu Hause das
Gelernte oder ein bestimmtes Pensum daraus ausführlich bearbeiten, oder endlich,
daß sie das Gelernte, wie hier schon im voraus gesagt sein soll, nach dem
Schluffe der Behandlung, wozu natürlich noch ein weiteres Durchdenken und
Durchsprechen gehört, zu Aufsatzübungen benutzen.
Diese Lehr- und Lernoperationen voll und ganz, ohne irgend eine Ein
schränkung vorausgesetzt, so empfiehlt es sich jetzt, und wenn noch so viel
Zeit zum mündlichen Repetieren vorhanden wäre, das Buch zu benutzen.
Bevor wir jedoch in die Untersuchung über das „Warum" eintreten, will
ich der Übersichtlichkeit wegen vorausschicken. daß ich zunächst die Gründe an
führen werde, die für die Notwendigkeit eines Reallesebuches für den Sach-
unterricht sprechen und darnach zeigen werde, daß das Reallesebuch für den
Sprachunterricht erst recht unentbehrlich ist. Betrachten wir demnach zunächst:
Warum ist das Reallesebuch für den Sachunterricht notwendig?
Lassen Sie mich daran erinnern, daß wir in unserer Betrachtung bei der
ersten Lehroperation sind und zwar jetzt bei einer neuen Form des Wieder
ho lens oder Einprägens. Es fragt sich also in welcher Weise? In
zweierlei Weise, erstlich als Leseübung in der Schule und sodann durch das
Nachlesen als häusliche Übung.
Zunächst will ich aus einem besonderen Grunde von letzterem sprechen, ob
wohl es der Zeit nach später folgt.
Warum ist diese häusliche Repetition wünschenswert, ja unentbehrlich?
Erstlich: Diesterweg verlangt mit Recht, und es wird ihm ja auch allent
halben einmütig nachgesprochen: „Die Kinder sollen zur Selbstthätigkeit erzogen
werden." Diese Forderung ist nicht nur richtig und wichtig, sondern unerläßlich.
Es folgt daraus, daß das Kind nicht nur die Sache, sondern ein selbständiges
Lernen lernen soll, d. h. hier an dieser Stelle, ein selbständiges Einprägen
lernen muß. Deshalb tritt die Forderung an das Kind heran, als häusliche
Ausgabe das Pensum selbständig zu wiederholen.

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