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I. Abteilung. Abhandlungen.
Systeme, da ihnen allen kein Hülfsbuch gestattet ist. — Daraus geht hervor,
welche Schädigung dort dem Realunterrichte daraus erwächst, da ihm das ge
eignete Hülfsmittel versagt ist. — Mit welchem ganz anderen, reicheren und
wertvolleren Bildungsertrage würden die Kinder in die Oberstufe eintreten, und
welch bedeutenden Erfolg, wie ganz andere Früchte würde der Realunterricht
zeigen, wenn ihm von unten auf und besonders auch in den ein- und zweiklassigeu
Schulen das rechte Hülfsmittel gewährt wäre! — Der Erfolg würde, was
Oualität und Ouantität des Gelernten betrifft, ein ungeahnter sein. Diese
Überlegung zeigt abermals, daß das häusliche Wiederholen unbedingt ein
Reallesebuch erfordert. Da der Leitfaden richtig ist, so ermöglicht er wenig
stens, was die selbstgemachten Notizen nicht thun, ein häusliches Wiederholen;
besser ist, wie oben bewiesen wurde, ein ausführliches Realienbuch.
Allein kraft der bis jetzt angeführten Gründe ist schon ausgemacht, daß ein
Realbuch in ausführlicher Darstellung notwendig ist. Das Wiederholen nach
selbstgemachten Notizen ist völlig unzweckmäßig, das nach einem Leitfaden ist besser
als die erstgenannte Art, am vorteilhaftesten aber das nach einem anschaulich
ausführlichen Reallesebuche.
Weiter, drittens aber wird die Nützlichkeit eines Reallesebuches noch be
dingt durch die vorkommenden Schuloersäumnisse. Durch Krankheit, Unwetter,
häusliche Umstände rc. werden einzelne Kinder auf kürzere oder längere Zeit vom
Schulbesuche abgehalten. Mit diesen Kindern nun, die während ihrer Abwesen
heit durchgenommenen Stoffe besonders zu behandeln, geht nicht an, und deshalb
sind sie ohne Realienbuch verurteilt, ohne ihre Schuld ganz empfindliche Lücken
in ihrem Wissen entstehen zu lassen, und das ist für beide Teile, für Lehrer
und Schüler unangenehm und störend. Das Reallesebuch ermöglicht dagegen
meist den fehlenden Schülern, wenn sie wollen, das Versäumte, so gut es über
haupt geschehen kann, nachzuholen. Der Leitfaden ermöglicht freilich auch ein
Wiederholen, das aber der skizzenhaften Darstellung wegen wesentliche Lücken
zeigen, höchst unvollkommen und mangelhaft sein muß, um desto besser ist es
also, wenn das Realienbuch ein ausführliches ist.
Viertens: Da die Wiederholung die Mutter alles Lernens ist, so wird
der Lehrer nicht Unterlasten, von Zeit zu Zeit, etwa am Schlüsse des Monats
oder vierteljährlich eine Gesamtrepetition vorzunehmen. Bei solchen Wiederholungen
hat jeder die Erfahrung gemacht, daß sich bei dem einen Kinde hier, bei dem
andern dort, eine Lücke zeigt. — Was wollen nun Lehrer und Schüler anstellen,
um diese Lücke zu verstopfen, wenn ihnen kein Realbuch zur Seite steht? Sie
sind lahm gelegt. Ich brauche wohl nicht besonders hervorzuheben, daß es sich
nicht um solche Lücken handelt, die etwa die ganze Klasse in einem größeren
Gebiete zeigt. Das ist ja offenbar nur die Folge davon, daß dort der Unter
richt nicht gelungen ist, und das läßt sich nicht wieder gut machen, da heißt es.

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