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I. Abteilung. Abhandlungen.
Schule. Freilich kann das nur bei einem Realbuche in ausführlicher Darstellung
geschehen, beim Leitfaden ist es nicht möglich. Daß das Lesen erst dann als
Wiederholung auftritt, wenn das mündliche Lehrwort vollauf seine Pflicht gethan
hat, und wo es auftreten soll, ist im Eingänge deutlich und bestimmt gesagt
worden. Daß nun dieses Einprägungslesen für alle Stufen gilt und zwar für
die unteren Stufen noch mehr Bedeutung hat als für die oberen, braucht wohl
nicht ausgeführt zu werden. So gestaltet sich also die Wiederholung weit mannig
faltiger als bei denen, die auf das Reallesebuch verzichten. Sie kennen nur die
mündliche und schriftliche Repetition. Wir haben folgende Repetitionsformen:
1. die mündliche; 2. das Lesen in der Schule; 3. die schriftliche und 4. das
Lesen zu Hause.
Welche Methode verbürgt nun, allein darauf gesehen, den besten Erfolg?
Soweit es sich also um das sachliche Lernen handelt, sprechen für das Real
lesebuch. und zwar für das ausführliche, folgende Gründe:
1. Die Schüler sollen nicht nur die Sache, sondern auch ein selbständiges
Lernen lernen, — darum ein ausführliches Realienbuch.
2. Das Wiederholen nach selbstgemachten Notizen ist wenig vorteilhaft in
Bezug auf Erfolg, Zeit, Mühe rc.. deshalb erfordert das häusliche
Wiederholen ein Realbuch — und zwar ein ausführliches.
3. Soll der Realunterricht in den ein- und zweiklassigen Schulen den vollen
Ertrag leisten, so bedürfen sie vor allem eines Reallesebuches — und
zwar des ausführlichen.
4. Aus demselben Grunde bedürfen die unteren und mittleren Stufen
mehrklassiger Schulen eines Reallesebuches — und zwar des aus
führlichen.
5. Die vorkommenden Schulversäumnisie bedingen ein Realbuch — und
zwar wiederum ein ausführliches.
Das Bedürfnis der späteren Wiederholung spricht
6. ebenfalls für ein Realienbuch — und zwar für ein solches in aus
führlicher Darstellung.
7. Das häusliche Wiederholen bringt eine neue Form in die Einprägungs
arbeit — und darum ein ausführliches Realbuch. Und
8. bietet das Lesen in der Schule ebenfalls eine neue Form für die
Einprägungsarbeit, die gleich notwendig ist für alle Schulen und
Stufen. Diese Abwechselung erfordert ebenfalls ein Reallesebuch.
Auch dürfte es nicht ganz überflüssig sein, darauf hinzuweisen, daß die
herkömmlichen Leitfäden ihrer notizmäßigen Darstellung wegen eine solche Unmenge
von Stoff enthalten, daß der Lehrer nicht einmal imstande ist, diesen Stoff zur
Kenntnis des Schülers zu bringen, von einer Durcharbeitung kann gar
keine Rede sein. Da aber die Leitfäden einen geringen Umfang zeigen, so ver-

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