Die Fortführung der Schulklassen. 121
8. Der Schülerbestand ändert sich durch Umzug und Sitzenbleiben der
Schüler sehr.
9. Die von der Fortführung ausgeschlossenen Kinder müssen sich doch an
einen neuen Lehrer gewöhnen.
10. Einseitige Lehrer machen ihre Schüler einseitig.
11. Wenn der Lehrer sich nicht sehr genau präpariert, beherrscht er in
keiner Klasse den Unterrichtsstoff und die Methode gründlich.
12. Die Fortführung fällt besonders älteren Lehrern zu schwer.
Die folgende Zusammenstellung weist 67 Orte nach, an denen die Fort
führung der Schulklassen eingeführt worden ist, teils an einer, teils an mehreren
oder allen Schulen des Ortes. Am meisten sind vertreten die preußischen Pro
vinzen Hannover mit 9, Sachsen mit 8, dann Posen mit 6 (1 davon abgeschafft)
und Westfalen mit 5 Orten. Vom Auslande liegen Mitteilungen aus Oster-
reichisch-Schlefien und der Schweiz vor. Gar nicht vertreten sind die Provinz
Ostpreußen und folgende deutsche Staaten: Württemberg, Baden, Hessen, Mecklen
burg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg, Braunschweig, Sachsen-Altenburg,
Sachseu-Koburg-Gotha, Schwarzburg-Rudolstadt, Reuß ä. L., Reuß j. L., Schaum
burg-Lippe. Lübeck, Bremen.
Zeitlich am weitesten zurück reicht die Einführung unserer Organisation nach
folgender Zusammenstellung in Hemelingen (18,77). Hamburg (1880), Düsseldorf
(1882), Krefeld (Anfang der achtziger Jahre), Colmar i. E. (1883), Strehlen
(1886—88), Bütow (1887), Bielefeld (etwa 1888), Leer und Geestemünde
(1888), Bern (1889). Für München, Mülhausen i. E., Lage, Stettin, Berlin,
Zeitz, Eisleben, Zahna, Kiel, Bramsche, Schüttorf, Lüdenscheid, Bochum, Weit
mar, Saalfeld, Chemnitz, Dresden, Kirchberg i. S. und Zürich ist uns das
Jahr der Einführung allerdings nicht mitgeteilt worden.
Eine vollständige Durchführung aller Klassen kommt anscheinend nur in
Halle a. d. Saale (Rektor Dr. Wohlrabes Schulen) und vereinzelt in Zürich
zur Anwendung. Wir reden deshalb richtiger nicht von einer Durchführung,
sondern von einer Fortführung der Klassen. Diese wird an den Schulen, je
nach den Verhältnissen, außerordentlich verschieden gehandhabt. Am häufigsten
sind die folgenden Arten: a) Fortführung bloß durch die Unterstufe, 6) Fort
führung innerhalb der Unter- und der Mittelstufe gesondert, o) Fortführung durch
die Unter- und Mittelstufe fortgesetzt bis zur Oberstufe ausschließlich.
Für den Wert der Einrichtung spricht augenfällig der Umstand, daß man
fast überall, wo man sie eingeführt hat, daran festhält. Die einzigen Ausnahmen
sind Rathenow in Brandenburg und Murowana-Gosliu in Posen. In Rathenow
ist die Fortführung abgeschafft worden, trotzdem die meisten Lehrer von dem
Werte einer beschränkten Fortführung nach wie vor überzeugt sind. In Muro-
wana-Goslin ist anscheinend gar kein ernster Versuch gemacht worden. In Lage
im Fürstentum Lippe wurde die Fortführung 1896 von dem Konsistorium ab
geschafft, 1900 aber wieder eingeführt.
Die Stellung der Lehrer ist fast überall außerordentlich sympathisch. Sie
haben sich durch zum Teil recht langjährige Erfahrungen von dem Werte der
Klassenfortführung überzeugt, und in den meisten Fällen sind alle, an einigen
Schulen ist wenigstens die Mehrheit sehr zufrieden damit. Hier und da heißt
es, daß einige ältere Lehrer nicht für die Fortführung seien. Das ist gar nicht
zu verwundern. Wo bisher das stehende System in Gebrauch war und nun

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