14 I. Abteilung. Abhandlungen.
Handel treiben" zu Grunde liegt und das erst später die allgemeine Bedeutung
„kaufen" erhielt. Der römische Handelsverkehr war leider nicht in den besten
Händen. Der römische Händler führte auch die römische Münze (lat. moneta)
ein, und der Germane sprach sowohl das lat. eow8tars (mittellat. eostars vgl.
ahd. kosta „Preis") - kosten, wie auch die Bezeichnungen für Maße und
Gewichte, nach, z. B. lat. milia ahd. mila Meile; lat. pondo got. pund
Pfund; lat. modius ahd. mutti Metze; lat. uncia ahd. unza Unze.
Auf den Handelsverkehr weisen ferner zahlreiche Bezeichnungen für Gefäße
und ähnliches, z. B. saccus Sack, sacellum Seckel, calleus Kelle, arca
Arche, cista Kiste, scrinium Schrein, corbis Korb, discus Tisch,
eigentlich Schüssel, 8out6l1a Schüssel, amphora ahd. anabar eimbar Eimer,
cuppa Kopf, Kübel vgl. mundartl. Köppche, baccinum Becken, fiasca
Flasche (bicarium Becher, calix Kelch).
Wie der Wein, so kam auch das Obst und das Gemüse durch die
Römer zu uns. Ebenso lernte man das Säen und Pflanzen von Blumen
und Kräutern von den Römern. Ich führe an die Kirsche (6era8U8),
Birne (pirum), Pflaume (prunum), Pfirsiche (persicum), Kastanie
(castanea), Hafer (avena), Wicke (vicia), Kohl (caulis), Radieschen,
(radix), Beete (beta), Kürbis (cucurbita), Kümmel (cuminum), Fenchel
(foeniculum), Minze (mentba), Senf (8inapi), Pfeffer (piper), Pflanze
(planta). Da wundert es uns nicht, daß auch der Koch (coquus) und die
Küche (coquina) lateinischen Ursprungs sind.
Der römische Steinhausbau verdrängte sehr bald die alte deutsche
Pfahlhütte. Ziegel und Cement waren nach Tacitus (Germania Kap. 16)
den Germanen unbekannt. Mit dem Steinbau übernahmen unsere Väter
wiederum die ganze Nomenklatur. Seitdem reden wir von Wall (vallus),
Mauer (murus), Pfosten (postis), Pfeiler (pilarium), Pfahl (palum),
Pforte (porta), Speicher (spicarium), Söller (solarium), Turm
(turris), Schindel (scindula), Ziegel (tegula), Kalk (calx), Mörtel
(mortarium), Pfütze (puteus), Weiher (vivarium), Lache (lacus).
Straße (strata), Platz (platea).
Auch römische Kleidungsstücke und Luxuswaren mit ihrem ver
weichlichenden Einfluß finden ihren Weg in die germanischen Urwälder. Davon
zeugen die Wörter Socken (soccus), Sohle (solea), Schürze (excurtus),
ahd. sutari mhd. (scbucb-) sutaere d. i. Schuhnäher, Schuster (8iitor).
Und auch die Bezeichnungen Flaum (pluma), Kissen, Pfühl (pulvinus),
Zieche ahd. ziabha (teca) brachten die römischen Händler, die die vielbegehrten
Federn aus Deutschland holten, mit zurück.
Frühzeitig schon traten germanische Jünglinge und Männer in den römi
schen Kriegsdienst. Wie nun der kampfgeübte Krieger eine Menge deutscher

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