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I. Abteilung. Abhandlungen.
wenn man ferner bedenkt, daß die ganze Weiterbildung des Schülers nach
seiner Schulzeit fast allein abhängig ist von seiner Lesetechnik, dann ist es
geradezu eine Versündigung an den Kindern, wenn eine Gelegenheit versäumt
wird, die diese wichtige Seite der Sprachbildung fördern kann. —
An den realistischen Stücken des sprachlichen Lesebuches kann die
Lesetechnik aus dem Grunde nicht gewonnen werden, weil es erstens nicht aus
dem Lehrplane des Real Unterrichts herausgearbeitet, sondern nach sprachlichen
Rücksichten bearbeitet ist. Sieht man ferner von dem Gewinn ab, den das
schönsprachliche Lesebuch nach anderer Seite, besonders für die Gemütsbildung bietet,
so kann man von ihm mit Bezug auf die Forderung des Lehrplanes
in den Realien sagen: Was die Kinder wissen sollen, steht nicht drin, und
was drin steht, wird nicht verlangt. Solche Stücke würden eine vorherige
Durcharbeitung erfordern und das Sachlernen aufhalten, und darüber soll später
das Nötige gesagt werden. Diejenigen also, welche meinen, mit einer Leseübung
von wöchentlich zwei Minuten auskommen zu können, fallen schon Diesterweg
und Dittes unter das Schwert. —
So erfordert schon bloß die Rücksicht auf die Lesefertigkeit, daß das Üben
nicht bloß am schönsprachlichen Lesen geschieht. Daß hier nur ein Reallesebuch
aus der Not helfen kann, wird sich ebenfalls noch aufs klarste zeigen.
Im vorbeigehen will ich kurz noch darauf aufmerksam machen, daß auch
die Orthographie neben dem sprachlichen Lesebuche unbedingt ein Reallesebuch
verlangt. —
Das Rechtschreiben ist bekanntlich ein wahres Schulmeisterkreuz. Wenn
nun der so häufig angeführte Satz: „Das Rechtschreiben beruht vornehmlich auf
dem Gesichtssinne," richtig ist, warum wird dann nicht Gebrauch gemacht von
der richtigen Einsicht? Warum giebt man nicht den Kindern ein Reallesebuch
in die Hand und läßt lesen in der Schule und zu Hause? Oder woher sollen
die Schüler die richtige Schreibweise bekommen? Auch die fieißigste Ausnutzung
der Wandtafel kann hier nicht Rat schaffen. Soll mit der richtigen Einsicht
Ernst gemacht und wirklich für die Rechtschreibung gesorgt werden, so bietet sich
kein anderer Weg als ein geeignetes Reallesebuch. Denn weil der mündlichen
Darstellung das Lesen auf dem Fuße folgt, so prägen sich die Schüler die
Wortbilder von selbst ein, ohne weiteres und um so besser, als durch das häus-
liche Lesen für eine gute Wiederholung gesorgt ist. Wird aber nur mündlich
vorgeführt und repetiert, so wird für die Rechtschreibung nichts gelernt; es kann
nichts gelernt werden, da ja gar kein Mittel für diesen Zweck vorhanden ist.
So erfordert also bloß allein schon das Rechtschreiben mit Notwendigkeit ein
Reallesebuch; denn einmal wird ein gut Teil Klagen über mangelhafte Recht
schreibung verstummen, überdies fällt ja dieser Gewinn der Sprachbildung auch

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