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I. Abteilung. Abhandlungen.
sprachlichen Übungen an das Lesebuch anzuschließen, damit sie an einem Gedanken
inhalte vorgenommen würden. Dafür zeugt ferner die Forderung, daß die
Aufsatzübungen ihren Inhalt aus dem gesamten Gebiete des Sachunterrichts
entnehmen sollen. Mit dieser Forderung ist anerkannt, daß die Schriftsprache,
wenn sie gedeihen soll, ganz besonders auf dem Boden des Sachunterrichts er
wachsen muß.)
Soweit dürfte erwiesen sein, daß ein ganz hervorragender Gewinn darin
steckt, wenn der Sprachunterricht in Verbindung mit dem sachlichen Lernen ge
halten wird. — Die Sprache erhält ihren Inhalt, die Vorstellungen, aus allen
Gebieten des Wissens und Erkennens, aus Religion, Geschichte, Naturkunde u. s. w.,
kurz aus den Wissensfächern. „Sie empfängt" bemerkt Dörpfeld so treffend
in seinem didaktischen Materialismus (3. Aust., S. 65) „ihr inneres Licht von
den Sachen und leuchtet wiederum mit ihrem Formenlichte in alle Sachgebiete
hinein. Wenn nun die Methodik eine angemessene Verbindung zwischen Sach-
und Sprachunterricht fordert, so heißt das nichts anders, als beiden Teilen
wieder zu ihrem natürlichen Rechte zu verhelfen." Diese wechselseitige
Förderung kann glücklicherweise auch bei den meisten vorzunehmenden Übungen
(Lesen, Reden, Hören) geschehen, weil sie für beide Teile, für den Sach- und
den Sprachunterricht dieselben sind, wie Dörpfeld in seinen Grundlinien (2. Ausl.,
S. 42) ausführt, wo es heißt: „Die drei Lehrmittel, welche der Sachunterricht
zum gründlichen Durcharbeiten seines Stoffes gebraucht: Hören, Reden, Lesen und
freies Aussprechen, sind genau dieselben, auf welche auch der Sprachunterrichl
hingewiesen ist. Jemehr nun einem Lehrer an der Sachbildung gelegen ist,
je eifriger er demgemäß die drei Lernoperationen treibt, desto erfolgreicher arbeitet
er zugleich für die Sprachbildung und zwar auf die beste Art, welche die
Sprach Methodik ersinnen kann. Und umgekehrt: je mehr einem Lehrer die
Sprachbildung am Herzen liegt, je eifriger er demnach am Wissensstoffe die
drei sprachlichen Übungen treibt, nämlich durch das wohlpräparierte mündliche
Lehrwort ein aufmerksames Hören weckt, tüchtig lesen läßt und fleißig das
freie Aussprechen übt, desto erfolgreicher arbeitet er zugleich für die Sach
bildung und zwar auf eine Weise, welche die Methodik des Sach Unterrichts
nicht bester ersinnen kann. — Wenn es sonst Kunst heißt, zwei Töpfe über
einem Feuer kochen zu können, — hier, bei der Association von Sach- und
Sprachunterricht, ist es Natur. Doch dieses Bild sagt nicht genug. Jeder
dieser beiden Lehrzweige kann nicht besser für sich selbst sorgen, als wenn er
mit eifersüchtiger Liebe für den andern sorgt, — und kann nicht schlimmer sich
schaden, als wenn er in thörichter Eigensucht von dem andern sich isoliert.
Kurz, Sachunterricht und Sprachunterricht gehören zusammen wie rechtes
Bein und linkes Bein, wie rechte Hand und linke Hand, wie Mann und
Weib, wie Vernunft und Sprache. Vernunft und Sprache, Denken und Reden,

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