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I. Abteilung. Abhandlungen.
bildung und besonders von Sprachbildung, auch hinsichtlich der Lessingschen
Forderung, in die Oberstufe eintreten, wie es bisher nicht einmal geahnt wurde.
Daß nun die ein- und zweiklassigen Schulen, weil sie viel weniger Zeit
zur mündlichen Durcharbeitung, also auch zum mündlichen Einprägen haben als
die mehrklassigen Schulen, erst recht eines solchen Lernhilfsmittels bedürfen, will
ich nicht weiter ausführen. Dörpfeld meint, (zwei dringende Reformen) wenn
man den günstig gestellten Schulen ein Lernhilfsmittel bewillige und denen in
weniger günstigen Verhältnissen ein solches versage, das komme ihm vor, als ob
man dem, der gesunde und starke Beine habe, beim Marschieren einen stützenden
Stab gestatten wolle, dem Schwächlichen und Lahmen aber wolle man eine solche
Stütze versagen.
Nun ist in einem der sachunterrichtlichen Fächer, im Religionsunterrichte,
das geeignete Hilfsbuch seit langem segensreich im Gebrauche. Soll nun der
Real- und Sprachunterricht auch endlich die Frucht bringen, die er zeitigen kann,
so darf auch hier das geeignete Lernhilfsmittel, das Reallesebuch, nicht
fehlen.
Hoffen wir, daß uns dieses Geschenk recht bald zuteil werde!
Leitsätze:
Das Reallesebuch ist notwendig
A. des Sachunterrichts,
B. des Sprachunterrichts wegen.
A. Soweit es sich um das sachliche Lernen handelt, sprechen für das Reallesebuch und
zwar für das ausführliche, folgende Gründe:
1. Die Schüler sollen nicht nur die Sache, sondern auch ein selbständiges Lernen
lernen, — darum ein ausführliches Realienbuch.
2. Das Wiederholen nach selbstgemachten Notizen ist wenig vorteilhaft in Bezug
auf Zeit, Erfolg, Mühe u. s. w.: deshalb erfordert das häusliche Wiederholen
ein Realbuch, und zwar ein ausführliches.
3. D^e vorkommenden Schulversäumnisse bedingen ein Realienbuch, und zwar ein
ausführliches; Das Bedürfnis der späteren Wiederholung spricht
4. ebenfalls für ein Realienbuch, und zwar für ein solches in ausführlicher Dar
stellung.
5. Das häusliche Wiederholen bringt eine neue Form in die Einprägungsarbeit, —
und darum ein ausführliches Realienbuch, und
6. bietet das Lesen in der Schule ebenfalls eine neue Form für die Einprägungs
arbeit, die gleich notwendig ist für alle Schulen und Stufen. Diese Ab
wechslung erfordert ebenfalls ein Reallesebuch.
B. Die Notwendigkeit eines Reallesebuches, und zwar des anschaulich ausführlichen,
für die Sprachbildung ergiebt sich aus folgenden Gründen:
7. Am schönsprachlichen Lesebuche läßt sich nur eine höchst mangelhafte Lese
fertigkeit erzielen, — hier hilft nur ein Reallesebuch.

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