Johann Hus. 165
8. Ein gut betontes, verständiges, fruchtbares Lesen läßt sich am schön
sprachlichen Lesebuche nicht erreichen, sondern nur durch ein ausführliches
Reallesebuch.
9. Durch das schönsprachliche Lesebuch kann für die Sprachrichtigleit nicht
genügend gesorgt werden, — und darum ist ein ausführliches Realienbuch
notwendig.
10. Das am schönsprachlichen Lesebuche gewonnene Sprachverständnis ist
gänzlich unvollkommen und unzulänglich, — darum ist ein Reallesebuch
erforderlich.
11. Eine gesunde, echt volkstümliche Sprachbildung läßt sich am schön
sprachlichen Lesebuche nicht gewinnen. Soll der Schüler lernen, sich klar,
bestimmt und kurz auszudrücken, so ist das nur möglich mit Hilfe eines
ausführlichen Reallesebuches.
12. Soll die Bildung auf den unteren und mittleren Stufen der Volksschule
im Real- und besonders im Sprachunterrichte nicht länger weit hinter ihrem
Ziele zurückbleiben, so ist besonders für die Unter- und Mittelstufen
ein Reallesebuch erforderlich.
13. Die ein- und zweiklassigen Schulen können so lange keine nennenswerten
Erfolge im Sach- und besonders im Sprachunterrichte erreichen, bis sie ein
ausführliches Reallesebuch benutzen.
14. Da man im Religionsunterrichte den Gebrauch des biblischen Lesebuches für
unentbehrlich hält, so muß ein ausführliches Lesebuch auch in den Realien not
wendig sein.
II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens,
Biographien, Korrespondenzen, Lehrproben, Erfahrungen
aus dem Schul- und Lehrerleben.
Johann Hus.
Präparationsskizze für die Oberstufe.
Von Seminarlehrer H. Wetterling in Erfurt.
Ziel. Wie der fromme Prediger Johann Hus gegen die Mißstände in
der christlichen Kirche auftrat.
Vorbereitung. Welche Mißstände verdarben damals das sittlich-religiöse
Leben der Christen? Die Mönche, Nonnen und Geistlichen führten vielfach ein
unsittliches Leben; das Volk lebte im krassen Unglauben und betete Heilige und
Reliquien an; man glaubte sich durch Ablaß die Sündenstrafen abkaufen zu
können; der Papst wurde als unfehlbar angesehen, während er doch in grober
Weise sündigte; er verkaufte die Stellen der Bischöfe und Äbte, und diese ver
schacherten die Stellen der niedern Geistlichkeit für teures Geld.
Welches Verlangen wird deshalb wohl in den gutgesinnten Christen auf
steigen? Das muß anders werden, wir sind ja gar keine Christen, wir leben
ja ärger als die Heiden, das waren die Gedanken manches frommen Mannes.
Aber wie sollte es anders werden? Wer sollte helfen? der Papst? die Bischöfe?
die Fürsten? Warum diese nicht?
Darbietung. Gliederung und Quellenstoff.

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