206 II. Abteilung. Zar Geschichte des Schulwesens re.
7. Das Ziel des christlichen Religionsunterrichts ist der christliche Charakter,
bedingt durch die Lebensgemeinschaft mit Jesu; darum muß auf allen Stufen
Jesus im Mittelpunkte des Unterrichts stehen.
8. Um erstens den Kindern Gelegenheit zu einer Nachprüfung ihrer Auf
fassung von den biblischen Personen, mit denen sie im Laufe der Schulzeit
bekannt geworden, zu bieten, und zum andern, um ihnen das Verhältnis Gottes
zur Menschheit, wie es uns in der Geschichte des Reiches Gottes entgegentritt,
klar zum Bewußtsein zu bringen, unternehmen wir im letzten Schuljahre noch
mals einen Gang durch die Heilsgeschichte, wobei besonders Gottes Barmherzigkeit
und Gerechtigkeit den Menschen gegenüber hervorgehoben wird.
Nachbemerkung: Der didaktische Materialismus im Religionsunterricht
ist ein Schulkreuz gefährlichster Art; daher bitten wir dringend, zu den hier
behandelten Prinzipienfragen Stellung zu nehmen, damit wir so in gemeinsamer
Arbeit einen Schritt weiter kommen in der Lehrplantheorie des Religionsunterrichts.
Das walte Gott!
II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens,
Biographien, Korrespondenzen, Lehrproben, Erfahrungen
aus dem Schul- und Lehrerleben.
Monismus und Pluralismus.
Über dieses Thema hielt Herr Pastor O. Flügel aus Wansleben am 18.
Februar im „Deutschen Kaiser" zu Elberfeld vor Mitgliedern des „Vereins
für Herbartische Pädagogik in Rheinland und Westfalen" einen überaus lehr
reichen und interessanten Vortrag. Flügel ist ein gewandter Redner. Er hat
zudem eine sehr angenehme und sympathische Art zu sprechen und versteht es
meisterhaft, die schwierigsten Probleme klar und faßlich zu behandeln und durch
trefflich gewählte Beispiele zu erläutern. Tie aus etwa 250 Personen bestehende
Versammlung folgte dem Redner deshalb auch mit gespanntester Aufmerksamkeit.
Der Hauptinhalt des ungefähr l?/? ständigen Vortrages soll im folgenden in ge
drängter Zusammenfasiung wiedergegeben werden.
Der Ausdruck Monismus wird in sehr verschiedenem Sinne gebraucht. Man
kann unterscheiden: 1 den methodischen, 2. den substantiellen, 3. den psychologischen
und 4. den darwinistischen Monismus.
1. Der methodische Monismus bezeichnet keine Weltanschauung,
sondern ein Forschungsprinzip. Sein Grundsatz ist das unverbrüchliche Festhalten
am Gesetze der Kausalität und dessen Ausdehnung auf alle Erscheinungen, auch
auf die des organischen und des geistigen Lebens. Kein Geschehen ohne Ursache;
gleiche Ursache, gleiche Wirkung; ungleiche Wirkung, ungleiche Ursache. Auf zwei
Wegen ist man zur Feststellung dieses Gesetzes gekommen. Zuerst auf dem Wege
der Empirie. Die Erfahrung zeigt immer und immer wieder, daß jedem
Geschehen ein anderes als dessen Ursache vorangeht, daß gleiche Wirkungen immer
auch auf gleiche Ursachen hinführen. Niemals hat die Erfahrung ein ursachloses

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