222 II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
VI. Aus dem Kreise der so durchgebildeten Lehrer sollen in erster Linie die
Seminarlehrer, Rektoren und Schulinspektoren ausgewählt werden.
Die folgenden Leitsätze, die dem Lehrplan der Lehrerbildungsanstalten
nachgehen wollen, nehmen einen sechsjährigen Kursus, vom 14. bis 20. Jahr an,
wie er jetzt in mehreren deutschen Staaten, teils nach dem preußischen, teils nach
dem sächsischen System, festgelegt worden ist. Es werden zunächst die Fächer der
Allgemeinbildung und dann die der Berufsbildung dargestellt.
Rundschau.
Ter Verein ev. Lehrer und Schulfreunde in Rheinland und
Westfalen hält seine diesjährige Jahresversammlung am 20. und 21.
Mai im Ev. Bereinshause zu Barmen ab. Wir heben aus der Tages
ordnung folgendes hervor: Dienstag, den 2 0. Mai, nachmittags 3
Uhr: Generalversammlung: 1. Bericht des Vorsitzenden, Rechnungslage, Vor
standswahl, Anträge und Mitteilungen, Bericht über die Jugendschriften-Kommis-
sionen. 2. Vortrag von Hauptlehrer Grün well er in Saarn: „Worin
mag es seinen Grund haben, daß der Religionsunterricht im
allgemeinen nicht das wirkt, was er wirken sollte?" Mittwoch,
den 21. Mai, morgens 10 Uhr: Jahresversammlung: 1. Religiöse An
sprache (Pastor Schneider-Barmen) 2. Vortrag von Rektor Horn aus Orsoy:
Über volkstümliche Bildung. — Auch Gäste sind zu der Versammlung
herzlich willkommen.
Lehrer in den Schulvorständen. Der Kultusminister hat über die
Aufnahme von Lehrern (Rektoren) in die Schulvorstände neuerdings wieder eine
Verfügung an die königlichen Regierungen gerichtet, in der es heißt: „Ich habe
bereits wiederholt in einzelnen, durch das Centralblatt der Unterrichtsverwaltung
zur allgemeinen Kenntnis gebrachten Verfügungen die Aufnahme eines Rektors
oder Lehrers in die Schuldeputationen und Schulvorstände als erwünscht bezeichnet.
Diese Einrichtung hat sich, wo sie getroffen worden ist, voll bewährt. Ich be
dauere deshalb, daß sie noch immer nicht allgemeinen Eingang gefunden hat.
Ich mache es den Regierungen wiederholt zur Pflicht, dahin zu wirken, und
jedenfalls überall da, wo gesetzliche Bestimmungen nicht entgegenstehen, Maßregeln
zu treffen, daß die Teilnahme der Lehrerschaft an die Verwaltung der Schule
gesichert wird. Wenn nur ein Lehrer vorhanden ist, wird dieser, vorausgesetzt,
daß er endgültig angestellt, dem Schulvorstande als Mitglied beizutreten haben.
Nur wenn in besondern Fällen sich aus der Persönlichkeit des Lehrers erbebliche
Bedenken ergeben, wird von dessen Beteiligung im Schulvorstande abzusehen sein.
Die Entscheidung in solchen Fällen ist jedoch nicht dem Kreis-Schulinspektor zu
übertragen, sondern muß den Regierungen verbleiben. Sind mehrere Lehrer
vorhanden, so wird die Bestimmung darüber, welcher Lehrer dem Schulvorstande
beizutreten hat, gleichfalls den Regierungen vorzubehalten sein. In der Regel
ist der erste oder älteste Lehrer hierfür in Aussicht zu nehmen. Durch den Hin
zutritt eines Lehrers in den Schulvorstand soll indes nicht ein Uebergewicht der
amtlichen Vertreter gegenüber den Gemeindevertretern herbeigeführt werden. Es
würde sonach keine Bedenken finden, daß gegebenenfalls die Zahl der zu wählenden
Gemeindevertreter soweit erforderlich vermehrt wird. Eine Teilnahme der Lehrer

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.