Rundschau.
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an den Beratungen und Entscheidungen der Schulvorstande wird in allen Fällen
ausgeschlossen sein, in denen es sich um ihre rein persönlichen Angelegenheiten
handelt."
Die Verfügung wird in der Lehrerschaft ungeteilte Freude hervorrufen. Es
ist geradezu unbegreiflich und ein Zeichen der Mißachtung des Lehrerstandes,
daß man den Techniker auf dem Schulgebiete von dem Schulvorstande bisher
ausgeschlossen hat. Hoffentlich zeigt die Regierung nun auch die nötige Energie,
damit die in der ministeriellen Verfügung ausgesprochenen Forderungen nicht wieder
leere Wünsche bleiben.
Gesetzentwurf zur Regelung der Kinderarbeit. Am 9. Dezember
1897 hatte der Reichskanzler Erhebungen über die Art und den Umfang der
Kinderarbeiten angeordnet, deren Ergebnis gewiß vielfach überrascht hat. Es
wurde nämlich festgestellt, daß nicht weniger als 532 238 Kinder unter 14
Jahren außerhalb der Fabriken gewerblich beschäftigt wurden. Es ist nun ge
wiß für die Schularbeit wie für die Erziehung in den unteren Volksschichten
überhaupt von der größten Bedeutung, daß auf Grund dieser Feststellungen der
oben genannte Gesetzentwurf zu stände gekommen ist. Derselbe hat bereits dem
Bundesrat vorgelegen und hier die jetzige Fassung erhalten. — Wir geben im
folgenden die wichtigsten Bestimmungen nach dem ,Volk^:
Als Kinder im Sinne dieses Gesetzes gelten Knaben und Mädchen unter
13 Jahren, sowie solche Knaben und Mädchen über 13 Jahren, welche noch zum
Besuche der Volksschule verpflichtet sind. Das Gesetz unterscheidet eigene und
fremde Kinder. Als eigene Kinder gelten: 1. Kinder, die mit demjenigen,
welcher sie beschäftigt, oder mit dessen Ehegatten bis zum dritten Grade verwandt
sind, 2. Kinder, die von demjenigen, der sie beschäftigt, oder dessen Ehegatten
an Kindesstatt angenommen oder bevormundet sind, 3. Kinder, die demjenigen,
welcher sie beschäftigt, zur gesetzlichen Zwangserziehung überwiesen sind, sofern
die Kinder zu dem Hausstande desjenigen gehören, welcher sie beschäftigt. —
Kinder, welche hiernach nicht als eigene Kinder anzusehen sind, gelten als fremde
Kinder.
Ueber die Beschäftigung fremder Kinder wird bestimmt:
Verboten wird durch den Gesetzentwurf die Beschäftigung von Kindern bei
Bauten aller Art, sowie in einer großen Reihe von Werkstätten, deren Verzeich
nis dem Gesetzentwurf beigefügt ist. Es handelt sich vornehmlich um gesund
heitsgefährliche Betriebe, wie Werkstätten, in denen Quecksilber, Explosivstoffe
oder chemische Agentien verwendet werden. Der Bundesrat soll ermächtigt werden,
das Verzeichnis dieser Betriebe, in denen die Kinderarbeit verboten sein soll,
abzuändern. In solchen Betrieben, sowie in Werkstätten, in welchen durch elemen
tare Kraft bewegte Triebwerke zur Verwendung kommen, dürfen auch eigene
Kinder nicht beschäftigt werden. Kinder unter 12 Jahren dürfen in dem Be
trieb von Werkstätten, in denen die Beschäftigung von Kindern nicht verboten ist.
im Handels- und Verkehrsgewerbe überhaupt nicht beschäftigt werden. Die
Beschäftigung von Kindern über 12 Jahren darf nicht in der Zeit zwischen 8 Uhr
morgens und nicht vor dem Vormittagsunterricht stattfinden. Sie darf nicht
länger als drei Stunden und während der Schulferien nicht länger als vier
Stunden täglich dauern. Bei öffentlichen theatralischen Vorstellungen und anderen
öffentlichen Schaustellungen dürfen Kinder unter 12 Jahren nicht beschäftigt
werden, Kinder über 12 Jahren nicht nach 9 Uhr abends. Doch kann bei Vor-
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