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I. Abteilung. Abhandlungen.
fürchtet man die Zahl 13 und läßt sich weissagen. Napoleon 1. sagte von
seinen Generalen, daß nur einer unter ihnen vor Tagesanbruch Mut gehabt
habe. Die Erfahrung lehrt, daß dem Aberglauben nur der wahre Glaube ein
sicheres Ende zu bereiten vermag. Wenn ein Mensch weiß, was seines Vaterö,
seiner Urväter Trost und Stab gewesen ist, was ihm als solches ist überliefert
worden, das hält er in Ehren, und er wird dies um so mehr thun, es um so
reiner bewahren, je mehr es sich auch ihm in guten und bösen Tagen als Halt
und Stütze bewährt hat.
Der Höhergebildete begnügt sich nicht mit der einfachen Legitimation der
religiösen Überlieferung an dem Herzensbedürfnis, er weiß, daß die Väter, die
nicht seine erkenntnistheoretischen Mittel besaßen, leicht sich irren konnten in dem,
was sie für Wahrheit hielten. Er untersucht kritisch die Quellen, aus denen
die Wahrheit fließen soll, und gewährt ihnen nur die Anerkennung, die die Er
gebnisse seiner Kritik ihm gestatten. Von I. H. Jacobi sagten seine Schwestern:
Mit dem Kopf ist er ein Heide, mit dem Herzen ein Christ.
Am deutlichsten und anziehendsten erscheint uns die volkstümliche Ursprüng
lichkeit in den Volksdichtungen, den Märchen, Sagen, Gleichnissen, Sprüchen,
Kinder- und Spielliedern, Reimen, Rätseln rc., vor allem auch in dem Volks
gesang, dem Volkslied. Ein Ideal volkstümlicher Dichtung'sind die Gleichnisse
des Herrn, wie wir sie in Matth. 13 und Luk. 15 finden. Ich fand vor
einiger Zeit in einer theologischen Zeitschrift einen Versuch in neuen Gleichnissen
religiöse Wahrheiten in ähnlicher Weise zur Darstellung zu bringen. Man muß
solche Versuche sehen, um recht lebendig zu fühlen, was wir, auch rein litterarisch
betrachtet, an Jesu Gleichnissen haben.
Die Volkspoesie ist einfach, anschaulich, derb, will nichts sein; die Kunst
poesie ist vielfach das Gegenteil. Sogar ein Frobel mutet den Kindern folgende
Reimerei zu:
Wir haben froh uns hier gefunden,
Der Lebenstrieb hat uns verbunden;
Beschäftigung ist unsre Lust,
Mit ihr kommt Freude in die Brust.
Wie die Volkspoesie aus der Anschauung geboren ist, so bietet sie ihre Er
gebnisse in anschaulicher Sprache; und da sie nicht Einzel- sondern Gemeingut
enthält, tritt sie ebenso anspruchslos wie sicher hervor.
Für die Natur hat der Mensch ein vielseitiges Interesse. Er fühlt sich
als ihr zugehörig, ihre Gaben werden in der mannigfachsten Weise von ihm
verwertet, vor den verschiedensten Gefahren gilt es sich zu schützen; die Gesetz
mäßigkeit ihrer Vorgänge reizt sein Nachdenken zu ihrer Erkenntnis, ihre Groß
artigkeit und Schönheit kann er nicht teilnahmlos betrachten.

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