Der Einfluß der Kultur auf die Entwicklung unserer Muttersprache. 27
wird; auch schmieren im Sinne von bestechen, sich einschmieren,
Schmier oder Schmer annehmen (ahd. 8mero anchsmero - Butter)
gehören hierher. Nach Beendigung der Mahlzeit wurde die Tafel auf
gehoben und dann hinausgetragen.
Beim Met und auf der Bärenhaut liegend pflegten die freien germanischen
Männer des Spieles; sie setzten viel, alles, oft das Leben auf das
Spiel. Von den Romanen kommt mit dem Worte dubbeln (frz. doubler)
das Falschspielen; daher verdubbeln - verborgenes Spiel, heimlichen Betrug
treiben. Auch in die Schanze schlagen (von frz. obanes) und einem
etwas zuschanzen sind romanischen Ursprungs. Später brachten Kreuzfahrer
das Kartenspiel nach Deutschland; von seiner Volkstümlichkeit legen viele Redens
arten Zeugnis ab, z. B. die Karte verraten, in die Karten gucken,
etwas auf eine Karte setzen, die Hand im Spiele haben, einem
das Spiel legen, den hoch st en Trumpsausspielen, klein bei
geben, Farbe bekennen, nicht mit der Farbe heraus wollen, es
mit einem halten, es darauf angelegt haben (die passenden Karten
werden aneinander gelegt), anspielen, Anspielungen machen (das An-
und Ausspielen einer Karte trägt zur Klärung des Spiels bei), kaput machen
(vom frz. etre capot, faire capot d. i. alle Stiche verlieren, verlieren machen),
passen (von frz. passer)/) verpassen, den Rummel kennen oder sich
auf ihn verstehen (von dem Piquetspiel, das auch Rummel heißt).
Wenn wir uns zu dem Geld- und Münzwesen wenden, so erinnert uns
die Wendung Geld eintreiben oder beitreiben an die Zeit, als das
Vieh noch das einzige Zahlungsmittel war. Schon von umlaufender Münze
gilt gäng und gäbe lmhd. genge „was gehen kann", gaebe „annehmbar").
Auf das mittelalterliche Münzwesen bezieht sich die Wendung von echtem
Schrot und Korn; Schrot ist der gesetzmäßige Abschnitt von der Präge
stange, Korn deutet auf eine gesetzlich bestimmte Anzahl von (Gersten-) Körnern
zur Festsetzung des Gewichts. Geld auszuwerfen oder springen zu
lassen war nötig, um durch den Klang die Echtheit festzustellen. Auch wog
man auf der Goldwage, denn gar zu häuflg kam das Kippen (d. i. ab
schneiden) und Wippen (vgl. lat. vibrare) d. i. das Verschlechtern der
Münzen vor/) und neben der Geldschneiderei begegnet man oft der Beutel-
schneiderei. Es war nichts Ungewöhnliches, Geld zusammenzuschießen,
denn schießen bedeutet eigtl. schnell bewegen oder werfen; man konnte Geld
vorschießen, zuschießen, bekam einen Zuschuß und gab dem Kaiser den
Schoß. Vollhaltige Münze, Stücke genannt, weil sie Abschnitte vom Präge
ns Davon auch auf etwas passen (wie noch Goethe sagt), bei dem das Warten
noch ein wesentliches Merkmal ist, und aufpassen.
2 ) Vgl. Günther, Kulturgeschichte. Leipzig. S. 97.

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