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I. Abteilung. Abhandlungen.
c) sie ist grundsätzlich falsch, denn nicht das Rechtschreiben, sondern der Sach-
unterricht hat zu bestimmen, wo der Begriff auftreten soll.
3. Es werden wichtige methodische Grundsätze verleugnet:
a) es ist Psychologisch nicht richtig, daß sich der Schüler der Unterstufe eine
verhältnismäßig große Zahl von Wortbildern isoliert vom Sach-
unterricht einprägen soll,
b) das Sprachverständnis wird in gröblichster Weise vernachlässigt,
c) manche der angegebenen Regeln sind falsch oder ungenau oder überflüssig.
4. Der ganze Betrieb ist zu mechanisch, die Übungen ad hoc sind interesselos,
langweilig und zeitraubend,
5. nach ihrem sprach- und geistbildenden Werte nehmen sie nur eine unter
geordnete Stellung ein.
Summa: Der isolierte Lehrgang im Rechtschreiben ist zu verwerfen.
Man sieht: die Erwägungen der Kommission waren von dem bekannten
Dörpfeldschen Grundsätze beherrscht: „Die Sprachbildung will ihrem
Kern nach in und mit dem Sachunterricht erworben sein."
Die aus diesem Grundsätze für den Betrieb des Rechtschreibeunterrichts sich
ergebenden Konsequenzen sind bislang noch nicht erschöpfend gezogen. Die her
gebrachte Praxis steht durchweg damit noch sehr in Widerspruch. Darum hatte
die Kommission das Bedürfnis, die Gründe ihrer ablehnenden Stellung der
Hauptkommission gegenüber, die ja schließlich den ganzen Lehrplan komponieren
soll, noch etwas ausführlicher darzulegen. Dies geschieht in den „Richtlinien".
Die darin behandelte Frage hat ohne Zweifel nicht nur lokales Interesse.
Darum bitten wir, verehrter Herr Doktor, um Abdruck dieser Arbeit in
Ihrem geschätzten Blatte. Dadurch werden vieler Augen auf denselben Punkt
gerichtet. Hoffentlich finden sich dann auch viele, die gern mit Hand anlegen,
um „das drückende Schulkreuz" aus der Welt zu schaffen.
Die Kommission hat mit ihrer kritischen Untersuchung und mit ihren prak
tischen Anweisungen noch nicht alle Fragen gelöst, und sie weiß das auch. An
eine Frage sei hier nur erinnert: Können wir bei dem empfohlenen Lehr
verfahren fürs Rechtschreiben auf einen Leitfaden für die Hand der Kinder
überhaupt verzichten? Wenn aber nicht: Wie muß das Hülfsbuch dann
beschaffen sein? Die Beantwortung ist um so schwieriger, als hier die Gründe,
die in der Natur der Sache selber liegen, nicht allein entscheiden. Es muß
auf manches andere: aus die Eigenart der Lehrer, auf die Vielklassigkeit der
Schulen, auf Sicherung der Kontrolle, die erst einen lückenlosen Fortschritt
ermöglicht, u. dgl. Rücksicht genommen werden. Festzustehen scheint mir vor
der Hand nur zweierlei: 1. daß die Kinder neben allem anderen Not
wendigen angeleitet werden müssen, im Laufe des Unterrichts an den geeigneten
Stellen Wörtergruppen mit gleichartiger Schreibschwierigkeit selbst zu bilden, und
2. daß wir ein zweckmäßig angelegtes Wörterverzeichnis (zum Nachschlagen für
die Kinder in Zweifelsfällen) nicht entbehren können.
In aufrichtiger Verehrung
Ihr
sehr ergebener
N. N.

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