Richtlinien für den Unterricht im Rechtschreiben. 285
d) Ist durch das Vorausgegangene klargestellt.
III. Die schriftliche Reproduktion des Memorierstosfes.
a) Was den Umfang des Stoffes angeht, so muß auch hier wiederholt
werden: Das Rechtschreiben fordert nichts. Nur sei daran erinnert,
daß die schriftliche Reproduktion des Memorierstoffes an sich eine ein
fache und gründliche Weise der Kontrolle ist, ob das Einlernen auch
sicher geschehen ist. Das Rechtschreiben mahnt nur, diese Übung recht
oft, so oft es die Zeit erlaubt, vornehmen zu lassen, allerdings unter
der Voraussetzung, daß sie sorgfältig ausgeführt werde. Grobe Fehler
gegen die drei Zweige der Sprachrichtigkeit dürfen nicht vorkommen;
lieber beschränke man den Stoff, auch wenn nur die orthographischen
Musterstücke übrig blieben.
b) Die Hauptarbeit ist schon auf der II. Station geschehen. Die Wort
bilder müssen demnach bekannt sein. Auf deutliche Aussprache und
schöne Betonung, überhaupt auf Sauberkeit im Sprechen lege man
großen Wert.
Die Zeichensetzung, besonders in den späteren orthographischen
Musterstücken, wird dadurch vorbereitet, daß ein Kind, während ein
anderes liest oder das memorierte Stück vorträgt, einmal oder zweimal
die Zeichen halblaut mitsagt. Auch wird der Lernstoff ganz oder teil
weise, je nach dem Umfange, bisweilen nach Zeichen (s. D. IV Schluß)
ab- und niedergeschrieben. — Besondere Zeit und Mühe beansprucht
die Übung nicht, es sei denn die Beachtung der Zeichensetzung.
c) Es liegt auf der Hand, daß der Gewinn für die gesamte Sprach
richtigkeit, nicht nur für das Rechtschreiben, recht groß ist.
d) Die Übung kann recht früh auftreten, jedenfalls schon im 2. Jahrgange.
Da hier aber die Geläufigkeit im mechanischen Schreiben noch gering
ist, so werden nur kleine Sätzchen, Sprüche, kurze Strophen geschrieben.
Bemerkung. Eine besondere, hier einschlägige Übung werde an dieser
Stelle empfohlen. Es ist bekannt, daß das mechanische Abschreiben für das
Rechtschreiben nur geringeren Wert hat. Um es wertvoller zu machen, leitet
man den Schüler schon frühe an, filben- und wortweise abzuschreiben, im großen
und ganzen ohne besonderen Erfolg. Beim Memorierstoff bietet sich eine Übung
an, die sicheren Erfolg verbürgt. Ein Beispiel zeige das Verfahren.
Im 4. Jahrgang sei nach genügender Vorbereitung die Strophe „Gott,
ich danke dir von Herzen" zum Lernen aufgegeben, oder die Strophe ist schon
früher gelernt worden. Aufgabe: „Schreibt die vier ersten Verszeilen als
Ordnungsarbeit!" (nicht: „Schreibt diese Zeilen ab!"). Diese Aufgabe
umfaßt 3 Arbeiten:
a) Die ganze Strophe wird memoriert. Nun werden auch die einzelnen
Wortbilder sorgfältig angesehen, die Wörter mit schwieriger Schreibung buch
stabiert und die Zeichen gemerkt. Noch mehr: Der Schüler schreibt 3—5

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