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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
2. Besondere Sorgfalt verlangen die eigentlichen Regeln. Sie müssen
da, wo sie als wirkliche Regeln auftreten sollen, sorgfältig entwickelt
und eingeprägt, ihre Anwendung dann an den verschiedensten Stellen in
der Schule gezeigt werden. Sie sollen gleichsam Brillen sein, die das
Auge der Schüler für die verschiedenen Schwierigkeiten der Schreibung
schärfen. Sie finden ihre fortlaufende Anwendung durch das ganze
Schuljahr an den im Abschnitt D. aufgezeigten Stellen und Übungen.
Ihre Einführung und Einübung geschieht am besten in den ersten
Wochen des neuen Schuljahres, damit sie nun stetig ihre Dienste tun
können.
3. Zwei besondere Übungen sind oben schon genannt worden:
1. Schwierige Wörter aus den Lesestücken und den übrigen Stoffen,
soweit sie gelesen werden können, aufzusuchen (s. D., II. Stelle) nnd
2. die Ordnungsarbeit (s. D. III Bemerkung).
Weiter treten hinzu:
3. Die Abschlußarbeit bei den orthographischen Musterstücken,
4. die Probediktate.
Es genügen jährlich 2X3 = 6 Probediktate, da ja die
Aufsatzübungen, das Niederschreiben der Muster- und Memorierstücke
usw. Probearbeiten darstellen.
5. Die Wörtergruppen und die daran zu knüpfenden Übungen.
II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens,
Biographien, Korrespondenzen, Lehrproben, Erfahrungen
aus dem Schul- und Lehrerleben.
Erziehungs- und Bildungssragen aus den Kongressen.
Die Pfingstwoche ist die bevorzugte Zeit der Kongreffe, pädagogischer und
nichtpädagogischer. Letztere sind für unsere Bestrebungen zuweilen noch bedeut
samer als erstere. Denn auf ihnen — wenn es nicht gerade rein fachmännische
sind — zeigt sich, wie weit die Probleme der Volkserziehung in die weiteren
Kreise eindringen und welche Behandlung unsere Jntereffen hier erfahren. In
dieser Beziehung war der Evangelisch-soziale Kongreß in Dortmund
und die drei Wochen früher in Düsseldorf abgehaltene Freie Kirchlich
soziale Konferenz besonders bedeutsam.
In Dortmund war eine Volkserziehungsfrage großen Stils an die Spitze
des Programms gesetzt worden. Und der Berichterstatter, Profeffor Harnack,
verstand es, seinem Thema: „Die sittlich-soziale Bedeutung des
heutigen Bildungsstrebens" das entsprechende hervorragende Relief zu
geben. Es war ein Vortrag von tiefgreifender Kraft und Wirkung. Schon die
Art, wie ein auf den Höhen der Wissenschaft stehender Mann, mit innigster

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