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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
welche den Hauptmangel der amerikanischen Colleges ausmacht, kann auf diese
Weise vermieden werden. Den Abschluß würde die Darstellung der Weltanschauung
der großen Denker bilden, zu denen die in den aufsteigenden Kursen sich ver
stärkende Betonung der ideellen Seite in der Geographie, Kulturgeschichte,
Sprachgeschichte, Ästhetik, Psychologie und Biologie das Verständnis vorbereiten
müßte. C. Schwell.
Die Gewinnung der Schule für eine regere Beteiligung
an dem Kampfe gegen den Alkoholismus
macht überraschende Fortschritte. Von größter Tragweite in dieser Beziehung sind
die auf dasselbe Ziel gerichteten Erlasse des preußischen und des österreichischen Kultus
ministers an die ihnen unterstellten Landesschulbehörden. Die Volksschule ist nunmehr
offiziell aufgeboten und nicht eine einzige darf sich der nachdrücklichen Beteiligung
an den Kämpfen gegen das unheilvolle Übel der Trunksucht entziehen" (Minister
Studt). Die sächsische Regierung wird in den nächsten Wochen zu diesen Fragen
Stellung zu nehmen haben, denn es liegt dem Landtag eine Petition des Sächsischen
Landesverbands gegen den Mißbrauch geistiger Getränke vor, in welcher u. a. Schul
unterricht über Natur und Wirkung des Alkohols gefordert wird. Indessen haben mit
Genehmigung des sächsischen Kultusministers an den drei Dresdener Lehrerseminaren
bereits ärztliche Vorträge über die Alkoholfrage stattgefunden. Dem Vernehmen
nach ist in Aussicht genommen, diese Einrichtung auf sämtliche Schullehrerseminare
des Landes auszudehnen. An katholischen Priesterseminaren Süddeutschlands sind
derartige Vorträge namentlich vom Pfarrer Jos. Neumann in Mündt (Rheinland)
gehalten worden. Vor allem am Platze wären sie bei den Gymnasiasten, welche
unbedingt von Ärzten über die Gefahren der studentischen Trinksitten aufgeklärt
werden müßten. Bis jetzt ist das nur in Heidelberg für die Sekunda und Prima
geschehen durch den Vorsitzenden des dortigen Bezirksvereins gegen den Mißbrauch
geistiger Getränke, Medizinalrat Dr. Kürz. Der Vorsitzende des Dresdener
Bezirksvereins, Dr. nasä. Meinert, durfte auf Ersuchen des Stadtschulrats vor
den versammelten Direktoren der Dresdner Volks- und Fortbildungsschulen sprechen.
Massenverbreitung von Mäßigkeitsschriften unter den Lehrern
und Schülern hat, ebenfalls durch die betr. Bezirksvereine gegen den Mißbrauch
geistiger Getränke, in Dresden und Leipzig stattgefunden, in Dresden ist auf
diese Weise letzthin sogar das leider nicht ganz billige (1 M.), vom preußischen
Kultusminister empfohlene Lehrbuch „Die Schädlichkeit des Mißbrauchs geistiger
Getränke", herausgegeben von den Ärzten Dr. Dicke und Dr. Kohlmetz in die
Hände der Volksschuldirektoren gelangt.
Zu den in Deutschland neuen Erscheinungen gehören auch die Schüler
vereinigungen zur Pflege der Enthaltsamkeit, wie sie in München,
Nürnberg und Urach (Württemberg) an dortigen Gymnasien entstanden sind.
Auch derartige Gruppierungen dürfen in ihrer Bedeutung durchaus nicht unter
schätzt werden. Ging doch aus einer derselben jene schwedische Nüchternheitsgesellschaft
mit ihren jetzt 20000 Mitgliedern hervor, durch die bekanntlich das am tiefsten
im Alkoholsumpf steckende europäische Land zum mäßigsten emporgehoben wurde.

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