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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
von Fachmännern ausgeübt werden, und das seien Geistliche nur in Ausnahme
fällen. Er könne es nicht für weitsichtig halten, die Verbindung der Kirche mit
der Schule auf eine Einrichtung zu basieren, die keine Zukunft habe.
Zu widerruflichen Remunerationen für Ortsschulinspektoren wurden
450000 M., 50000 M. mehr als im vorigen Jahre, gefordert und bewilligt.
Der freikonservative Abgeordnete Stockmann (Konsistorialpräsident in Münster)
wünschte bei diesem Titel eine Anweisung an die Regierungen, die Befugnisse
der Ortsschulinspektoren und Rektoren genau abzugrenzen, damit Zwietracht ver
mieden würde. — Anläßlich dieser Verhandlungen weist die genannte Zeitschrift
noch auf zwei Thatsachen hin. Mehr als 50 katholische Pfarrer forderten auf
einer Versammlung in Bochum als Befugnisse des Ortsschulinspektors: 1. Die
Einführung. Vereidigung und Beurlaubung der Lehrpersonen bis zu drei Tagen,
2. die Aufsicht über die inneren Schulangelegenheiten, 3. die Aufnahme und
Entlassung der Kinder und die Beurlaubung derselben bis zu 14 Tagen, 4. die
Leitung des schulplanmäßigen Religionsunterrichts, 5. den Vorsitz in den Kon
ferenzen der Lehrpersonen seines Aufsichtsbezirks, 6. die Aufsicht über die Schüler
bibliothek, 7. die Teilnahme an den Revisionen seitens der Schulaufsichtsbehörde,
8. den Vorsitz in den Schulvorstandssitzungen bei Verhandlung innerer Schul
angelegenheiten und die Mitgliedschaft in den Schuldeputationen und sog. Schul
kommissionen. — Ein Gegenstück dazu bietet eine Pfarrkonferenz der Synode
Sobernheim. Pfarrer Franz aus Gebroth forderte, daß die geistliche Orts
schulinspektion abgeschafft und durch eine technische Schulaufsicht ersetzt werde. Es
wurde beschlossen, das Referat dem Königlichen Konsistorium als Stimmungs
kundgebung einzureichen.
Über die Disziplinarverhältnisse der Volksschullehrer hat sich
Kultusminister Dr. Studt in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 5. März
wörtlich wie folgt geäußert: „Ich kann nicht unterlassen, rühmend hervor
zuheben, und freue mich, die Gelegenheit heute zu haben, dieses vor Ihnen
und dem gesamten Lande konstatieren zu können, daß die disziplinären Verhält
nisse unter den Lehrern sehr günstige sind. Schon daraus kann entnommen
werden, daß die Lehrer ihren Beruf in richtigem Sinne auffassen. Ich glaube
auch, daß das Verhältnis der Lehrer, denen die wichtige Aufgabe, den Religions
unterricht zu erteilen, gestellt ist, zu den betreffenden Kirchengemeinschaften im
allgemeinen ein durchaus normales ist. Ich will jetzt nur konstatieren, daß die
Zahl der Fälle, in denen die Unterrichtsverwaltung genötigt war, in disziplinärem
Wege gegen Lehrer einzuschreiten, eine sehr geringe ist im Vergleich zu
andern Beamtenkategorieen. Ich entnehme hieraus den erfreulichen
Beweis, daß die Volksschullehrer aufrichtig bemüht sind, sich den
Grundsatz gegenwärtig zu halten, daß nur derjenige in einer
so verantwortlichen Stellung in vollem Maße den an ihn heran
tretenden Anforderungen gewachsen beibt, der an sich selbst die
höchsten Anforderungen in seinem dienstlichen und außerdien st-
lichen Verhalten stellt." — Die Lehrerschaft kann sich über dieses über
ihre sittliche Führung so lobenswerte Zeugnis, das im schroffsten Gegensatze zu
der berüchtigten „Aschermittwochsrede" von Puttkamer steht, nur freuen.
Algebra in der Volksschule. Dem „Reichsboten" wird zu dem neuen
Lehrplan von einem Berliner Lehrer geschrieben: Die Kommission für Aus-

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