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n. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens re.
dem stetigen Einflüsse einer mächtigeren Blutversorgung als die rechte, und
infolgedessen müssen auch die Extremitäten der rechten Seite von vornherein mehr
zu Bewegung und Einübung angeregt werden als die der linken Seite. Nichts
aber ist in der Anordnung der Teile des menschlichen Körpers so variabel wie
die Anordnung der Blutgefäße. Und darum ist es wahrscheinlich, daß bei ent
schiedenen Linkshändern durch die Anordnung der Blutgefäße ausnahmsweise eine
mächtigere Blutversorgung für die rechte Gehirnhälfte vorgesehen sein wird.
Die Ferien der Volks- und höheren Schulen. Auf neuerliche Ein
gaben mehrerer städtischer Kollegien betreffend die Gleichlegung der
Ferien der städtischen Volksschulen mit denen der höheren Lehr
anstalten hat der preußische Kultusminister der „Post" zufolge mitgeteilt,
daß in dieser Frage zunächst noch weitere Erwägungen stattfänden und daß daher
vorläufig bis zum Jahre 1903 die bisherigen Anordnungen in Anwendung
kommen müßten. Bis zu jenem Zeitpunkte werde aus eine zweckentsprechende
Lösung der Frage gerechnet werden können. — Was es in dieser Frage noch
für „Erwägungen" bedarf, ist uns unverständlich. Die Materie ist doch so
außerordentlich einfach, daß unseres Erachtens eine Entscheidung sofort getroffen
werden könnte. Selten ist eine Forderung so berechtigt gewesen, wie die Gleich
legung der Ferien. Eine baldige Verwirklichung der Forderung wäre daher
dringend zu wünschen.
Dem verstorbenen Dr. Kügler widmet der „Reichsanzeiger" folgenden
Nachruf: „Am 24. Mai verschied nach kurzem Krankenlager der Präsident des
Königl. Oberverivaltungsgerichts, Wirklicher Geheimer Rat Dr. Kügler. Nur
wenige Wochen hat er das letzte der ihm anvertrauten Ämter bekleidet. Bis
dahin gehörte er der Unterrichtsverwaltung an; auf ihrem Gebiet liegen
seine V e r d i e n st e und seine Bedeutung. Max Kügler, am 24.
September 1845 zu Liegnitz geboren, studierte die Rechte, wurde am 4. Nov.
1871 zum Gerichtsassessor ernannt und trat nach kurzer Beschäftigung als Hilfs
richter bei dem Berliner Kreisgericht im Jahre 1874 als Justitiar und Ver
waltungsrat bei dem Provinzial - Schulkollegium in Posen zur Unterrichts
verwaltung über. Im Jahre 1882 wurde er als Hilfsarbeiter in das Kultus
ministerium berufen, 1884 zum vortragenden Rat, 1889 zum Ministerialdirektor
befördert und mit der Leitung der Zweiten Unterrichtsabteilung betraut. Am
26. Dez. 1899 wurde ihm der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit
dem Prädikat Exzellenz verliehen. Bei dem diesjährigen Krönungs- und Ordens
feste wurde er durch die Verleihung des königlichen Kronenordens erster Klasse
ausgezeichnet und durch Allerhöchste Bestallung am 24. Februar d. I. zum
Präsidenten des Königl. Oberverwaltungsgerichts ernannt. Die glänzende Lauf
bahn Dr. Küglers entsprach seinen ungewöhnlichen Geistesgaben und seinen her
vorragenden Verdiensten. Schnelle Auffassung, durchdringender Verstand, sicheres
Urteil, klarer Blick für das Wesentliche und Mögliche verbanden sich in ihm mit
der Kraft schöpferischer Gedanken, mit seltener Gabe der Darstellung in Schrift
und Wort und mit einer unermüdlichen Arbeitsfreudigkeit, die ein innerstes per
sönliches Interesse an den der Volksschulverwaltung gestellten Aufgaben immer
aufs neue stärkte und belebte. An der Entwicklung und Förderung
des preußischen Volksschulwesens arbeitete Kügler nicht nur

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