Rundschau.
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Geistliche Schulinspektion. Am 15. und 16. April behandelte der
Hannoversche Pfarrverein in Geestemünde u. a. auch die Sch u lauf
sich t sfr a ge. Im „Stader Sonntagsblatt" wird über die betreffenden Ver
handlungen folgendermaßen berichtet: In einer späten Abendsitzung wurde noch
über die Angelegenheit „Kreisschulinspektion im Nebenamt" verhandelt. Ein
Teil der Versammlung äußerte sich dahin, daß die Kirche kein Interesse daran
habe, das Amt der staatlichen Kreisschulinspektion weiter zu versehen.
Wenn die Staatskasse nur erst Geld genug habe, werde der Staat ohnehin
allenthalben Inspektoren im Hauptamt einstellen. Auch sei das Verlangen der
Lehrer nach Fachaufsicht als berechtigt anzuerkennen, und es stehe zu hoffen, daß
sich nach ihrer Einführung das Verhältnis zwischen Pastor und Lehrer, Kirche
und Schule bessern werde. In betreff der L okalsch u linsp ekt ion einigte
man sich dahin, um Instruktionen für die Lokalschulinspektoren zu bitten, auch
den Wunsch an geeigneter Stelle zum Ausdruck zu bringen, daß die kirchlichen
Behörden solchen Pastoren, die dies Amt nicht übernehmen wollten oder es
niederzulegen wünschten, die Genehmigung dazu nicht versagen.
Ferner wird der „Preuß. Schulztg." aus Pommern geschrieben: „Für die
Fachaufsicht der Schulen hat sich wieder eine Anzahl Geistlicher mit großer
Entschiedenheit ausgesprochen. In der letzten Sitzung des Pfarrvereins Stolp-
Schlawe-Rummelsburg hielt der Kreisschulinspektor Pastor Co n n ik-Quakenburg
einen Vortrag über die geistliche Lokal- und Kreisschulaufsicht. Er führte aus,
daß die Schulaufsicht sich mit dem Amt eines Geistlichen nicht vereinen lasse,
und forderte ihre Beseitigung und Einführung der Fachaufsicht. Diese werde
der Schule und ihren Lehrern zum Segen gereichen. Bei der an den Vortrag
sich anschließenden, regen Debatte äußerten sich sämtliche Redner in demselben
Sinne. Eine Abstimmung über die Frage: „Ist die Einführung der Fach
aufsicht für unsere Schulen notwendig?" ergab das Resultat daß alle Anwesen
den mit nur einer Ausnahme für die Aufhebung der geistlichen Schulaufsicht und
für Einführung der Fachaufsicht stimmten."
Ländliche Fortbildungsschulen. Die Kgl. Regierung zu Minden
übermittelte unterm 2, April den Kreis- und Ortsschulinspektoren Grundzüge
über die Einrichtung ländlicher Fortbildungsschulen mit dem Ersuchen, die in
ihren Aufsichtsbezirken befindlichen ländlichen Fortbildungsschulen gelegentlich zu
revidieren. Nach der „Lehrerztg. für Westfalen rc." lauten die Grundzüge
folgendermaßen: „Die ländlichen Fortbildungsschulen haben die Aufgabe, die
Volksschulbildung ihrer Zöglinge zu ergänzen und, soweit sich die Möglichkeit
dazu bietet, mit besonderer Rücksicht auf die ländlichen Gewerbe und den Betrieb
der Landwirtschaft zu erweitern. Bei dem Mangel gesetzlicher Unterlagen, auf
Grund deren allein eine Nötigung zur Errichtung, sowie zum Besuch solcher
Schulen eintreten könnte, und bei der großen Verschiedenheit der für deren Ein
richtung maßgebenden Verhältnisse, als der räumlichen Ausdehnung und Boden
beschaffenheit der Schulbezirke, der Erwerbsverhältnisse ihrer Bewohner, des Zu
standes ihrer Schulen, der Befähigung der an diesen beschäftigten Lehrer, ist
eine Gleichförmigkeit der ländlichen Fortbildungsschulen weder zu erreichen, noch
auch zu erstreben. Es muß vielmehr genügen, einige allgemeine Grundzüge für
diese vorzuzeichnen.

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