September 1902.
L Abteilung. Abhandlungen.
Worin mag es seinen Grund haben, daß der Religions
unterricht im allgemeinen nicht das wirkt, was er
wirken sollte?
(Richtlinien für eine Reform des Religionsunterrichts in der
evangelischen Volksschule.)
Von Hauptlehrer Grünweller in Saarn.
A.
1. Einige kurze Vorbemerkungen möchte ich mir gestatten.
Erstens: Unser Thema paßt vortrefflich zu dem Programm unseres Vereins
evangelischer Lehrer und Schulfreunde. Danach ist unser Glaubensgrund das
Wort Gottes und insonderheit die durch Jesum Christum, den Sohn Gottes,
geschehene Erlösung. Auf diesem Grunde will der Verein Unterricht und Er
ziehung aufbauen, und eben darum haben wir auch die heilige Pflicht, immer
wieder ernstlich zu prüfen, ob unsere Schul- und Vereinsarbeit wirklich auf dieser
festen Grundlage ruht, oder ob unser herrliches Programm nichts weiter ist als
ein Firmenschild, das man über der Thür unseres Vereinshauses angebracht hat,
weil es doch hübsch aussieht. Finden wir auf Grund ernster Selbstprüfung,
daß es auch in unserem Verein an Licht und Leben fehlt, so wäre es doch an
der Zeit zu ringen und zu flehen, daß das geschehe, was wir Hes. 37, 9 lesen:
„So spricht der Herr, Herr: Wind, komme herzu aus den vier Winden und
blase diese Getöteten an, daß sie lebendig werden!"
Wenn wir nicht Ernst machen mit unserm Programm, dann hat meines
Erachtens dieser Verein keinen Wert und keine Existenzberechtigung. Nur das
entschiedene Bekenntnis zu dem Gekreuzigten und Auferstandenen durch Wort und
Wandel giebt uns das Recht, ein solches Programm zu haben und uns auf
dieser Grundlage fest zusammenzuschließen.
Zum andern: Es handelt sich heute nicht um den didaktischen Erfolg des
Religionsunterrichts, um das, was man bei den Revisionen vorzeigen kann.
Wem es nur oder zunächst darum zu thun ist, mit dem habe ich es nicht
zu thun. Es handelt sich vielmehr um den pädagogischen Erfolg, nicht um die
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