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I. Abteilung. Abhandlungen.
auch völlig klar: Nur ein freier, mündiger, entschieden christlicher Lehrerstand
kann seine überaus wichtige Erziehungsaufgabe so lösen, wie es für unser Volk
und unsere Kirche gut ist. Christliche Charaktere kann nur ein Lehrerstand
bilden helfen, der mutig und freudig das Kreuzespanier auspflanzt, ein Stand,
der nicht bevormundet wird von einem andern Stande, dem er in treuer und
freudiger Kampfgenossenschaft zur Seite stehen sollte. Hier gilt es, alte Sünden
zu erkennen und aus dem Wege zu räumen. Eile thut not. wenn nicht der
letzte Termin verpaßt werden soll. Unsere Aufgabe aber sei es, zu wirken,
solange es Tag ist, daß Jesus Christus, unser hochgelobter Herr und Meister,
erkannt und verherrlicht werde von denen, die als Genossen unseres Berufs,
unserer Leiden und Freuden, unserm Herzen besonders nahe stehen.
B. Wie kommt es, daß im allgemeinen der Zweck nicht erreicht wird?
I.
Wem hat der Herr den Auftrag gegeben, hinzugehen in alle Welt und zu
lehren alle Völker? Seinen Jüngern! Wer ist ein Jünger Jesu? Wer
einen lebendigen Heiland hat, wer von ihm zeugen kann. Das ist es, was
Jesus von seinen Sendboten fordert: „Ihr sollt meine Zeugen sein!" Sie
sollen zeugen von Jesu Christo, dem gekreuzigten und auferstandenen Gott
menschen, ihrem Herrn und Heilande. Darauf kommt es an, daß wir aus
eigener, persönlicher Erfahrung wissen: „Jesus, er mein Heiland, lebt." Das
ist die unerläßliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Lehren und Predigen.
Das war auch den ersten Jüngern Jesu, den Aposteln, völlig klar.
Als es sich darum handelte, die Zwölfzahl der Apostel zu ergänzen, sprach
es Petrus bestimmt aus: „So muß nun einer unter diesen Männern, die bei
uns gewesen sind die ganze Zeit über — — ein Zeuge seiner Auf
erstehung mit uns werden." (Apg. 1, 21. 22.) Darauf kommt es also
dem Petrus an: Wer mit uns das Lehr- und Predigtamt verwalten will, der
muß es bezeugen können, daß Jesus lebt.
Und in der gewaltig einfachen Pfingstpredigt sagt derselbe Apostel: „Diesen
Jesum hat Gott auferwecket; des sind wir alle Zeugen." (Apg. 2, 32.)
Und in der Halle Salomonis bekundet er wieder vor der Menge des
Volkes: „Aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auf
erwecket von den Toten; des sind wir Zeugen. (Apg. 3, 15.)
Und eben dieses Zeugnis war den Vertretern der „Religion", der Wissen
schaft und des Lebensgenustes ein Ärgernis, wie es uns Apg. 4, 12 be
richtet wird: „Als sie (nämlich Petrus und Johannes) aber zum Volk redeten,
traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Saddu
zäer, die verdroß, daß sie das Volk lehreten und verkündigten von Jesu die
Auferstehung von den Toten."

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