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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens re.
Ich bin Schulmeister mit Leib und Seele. Solange ich denken kann, hat
mir als Ziel meiner Wünsche das Lehramt vorgeschwebt. Und ich habe es noch
niemals bereut, daß ich Lehrer geworden bin. Ich habe es immer gefühlt, daß
das Lehramt ein schönes und köstliches Amt ist. Aber das muß ich bekennen:
Die ganze Herrlichkeit, aber auch zugleich die gewaltige Verantwortlichkeit dieses
Amtes ist mir erst recht zum Bewußtsein gekommen, als ich auf Grund eigener
seliger Erfahrung Jesus Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, als
meinen Herrn und Heiland kennen lernte. Welch eine Ehre und Freude, dem
Größten und Herrlichsten dienen zu dürfen an den Kleinen und Geringen, denn
der als der gute Hirte sein Leben gelaffen hat für die Schafe, dem gegeben ist
alle Gewalt im Himmel und auf Erden! Sein Name sei hochgelobet in Ewig
keit! — „Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier;
ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier. Ich will dich
lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht."
II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens,
Biographien, Korrespondenzen, Lehrproben, Erfahrungen
aus dem Schul- und Lehrerleben.
Psychologische Skizzen.
Von Karl Foltz in Barmen.
Vorbemerkung: Unter obigem Titel soll, wie früher schon angekündigt wurde,
eine fortlaufende Reihe kürzerer Abhandlungen erscheinen. In der letzten Zeit
habe ich niir eine möglichst umfassende Übersicht über die moderne Psychologie
zu verschaffen gesucht und zu diesem Zwecke die wichtigsten psychologischen Schriften
der letzten 50 Jahre, soweit sie mir zugänglich waren, genauer durchgesehen.
Ich habe in ihnen viel Spreu, das heißt für mich Wertloses, Unbrauchbares,
Unannehmbares, aber auch manches gute Korn, das heißt für mich Wertvolles,
Anziehendes, Überzeugendes gefunden. In diesen Skizzen möchte ich nun Materien,
die für alle oder speciell für uns Lehrer von Interesse sind, in dem Lichte, in
dem sie mir, das Für und Wider möglichst unparteiisch und ruhig erwogen,
erscheinen, kurz, schlicht und einfach darstellen. Ich erwarte nicht, daß alle Leser
des Schulblattes meiner Meinung sind, ich wünsche es auch nicht. Es liegt mir
durchaus fern, einen in seiner bisherigen Meinung unsicher und für eine andere
geneigt zu machen. Ich treibe keine Propaganda, weder für Herbart. noch für
Lotze, noch für Wundt, Ebbinghaus, James oder einen anderen. Wenn es mir
gelingt, diejenigen unter uns, die sich für Psychologie interessieren, anzuregen, die
eine oder andere Frage noch einmal, vielleicht von einem neuen Gesichtspunkte
aus, zu überlegen, dann habe ich meinen Zweck erreicht. Den ersten Gegenstand
unsrer Untersuchung bildet die Seele. Wir fragen: 1. Wie stellen wir uns zum
Materialismus, ver das Dasein der Seele leugnet? 2. Wie stellen wir uns zur
aktuellen Seelentheorie? 3. Wie denken wir uns die Seele?

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