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III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
Religionsunterricht.
Martin, Reg.- u. Schulrat in Merseburg, die Psalmen Davids. Kurze Erklärung von
54 ausgewählten Psalmen nebst einem Anhange: Luthers Summarien über die
Psalmen. 3. Aufl. Bunzlau, Kreuschmer. 2 M.
Das Büchlein vertritt gesunde Grundsätze und ist für Seminaristen wie Lehrer wohl
geeignet. Auf kritische Fragen geht es nicht ein, doch erklärt der Verfaffer, daß man
den Kindern ruhig bei gegebener Gelegenheit sagen könne, daß die Angaben über Ver
fasser und dgl. erst in späterer Zeit hinzugefügt worden und möglicherweise irrig sind,
daß es aber einzig und allein darauf ankomme, was dies oder jenes Buch enthält, was
wir daraus für das Heil unserer Seele lernen können. Auch die Frage der messianischen
Psalmen behandelt das Buch von richtigem Standpunkt aus. Aus der Thatsache, daß
Psalmstellen im Neuen Testament auf Christum bezogen werden, geht durchaus noch
nicht hervor, daß sie vom Dichter als Weissagungen gemeint sind, sie sind vielmehr nur
auf Christum angewendet. Hinsichtlich der sogenannten Rachepsalmen wird zwar zu
gegeben, daß in Psalm 137, 8 u. 9 sich fleischlicher Haß äußere, der im Munde eines
rechten Jüngers Christi eine Unmöglichkeit sei, gleichwohl versuchen die vorhergehenden
Bemerkungen dieses richtige Urteil durch folgende gewundene Erklärung abzuschwächen.
Ter Dichter weiß, daß das Vernichtungsgericht früher oder später unfehlbar über Babel
hereinbrechen wird; er versetzt sich im Geist in die Zeit, da dies geschehen wird. Es
ist also nicht eigentlich ein Wunsch, den der Psalmist ausspricht, vielmehr sieht er im
Geist voraus, daß es Babel also ergehen wird und ruft dem, der das Vergeltungsgericht
an ihm vollstreckt, Heil zu.
Biblisches Lesebuch für evangelische Schulen, amtliche Ausgabe. 52 Bogen mit 8 bib
lischen Karten. Stuttgart, Priv. Württembergische-Bibelanstalt. Gebunden in
Schulband mit Goldtitel 1,50 M
Nachdem vor 3 Jahren eine Probeausgabe in einigen Hundert Exemplaren zur
Ausgabe gelangt war, behufs Erlangung von Gutachten und Verbesserungsvorschlägen,
hat das Biblische Lesebuch unter Benutzung des gesammelten Materials auf Grund des
Beschlusses der 6. evangelischen Württembergischen Landessynode im Aufträge des Kgl.
Konsistoriums eine vollständige Umarbeitung erfahren und diemun vorliegende, endgültige
Gestaltung gewonnen. Das vorzüglich ausgestattete Buch hat den Ruhm, das erste
amtliche biblische Lesebuch zu sein, ein Grund gerechter Freude für alle diejenigen, die
ein solches seit Jahren gefordert haben. Es wird sich über Württemberg hinaus seinen
Weg von selbst bahnen. Wer vor der Einführung eines solchen Buches steht, versäume
nicht dieses in erster Linie zu prüfen. Altes und Neues Testament sind auch getrennt
zu haben, beide in gutem Einbande zu 1,10 M. resp. 0,75 M
Hülfsmittel zum evangelischen Religionsunterricht, herausgegeben von Evers und
Fauth. Berlin, Reuther und Reichard. 18. Heft. Der Römerbrief von vr. Hupfeld,
50 S, 1 M. 21 Heft. Glaubenslehre auf Grund der Lehre Jesu, nebst einleitender
Darstellung der natürlichen Gotteserkenntnis von Lic. vr. Koppelmann. 62 S.
1,10 M.
Die Hülfsmittel zum evangelischen Religionsunterricht haben sich seit ihrem Er
scheinen allgemeine Anerkennung erworben. Auch den vorliegenden Heften wird man
sie nicht versagen.
Die Lektüre des Römerbriefes, den Hupfeld mit Recht die bedeutendste, schriftstellerische
Leistung des Apostels nennt, bietet für Lehrer wie Schüler eine solche Menge von
Schwierigkeiten, daß die Forderung der Beschränkung des Stoffes und seiner Anpassung
an die Fassungskraft der Schüler sich immer aufs neue gebieterisch aufdrängt. Von diesem
praktischen Gesichtspunkt aus bietet das Heft eine gute Auswahl, nämlich Kap. 1 u. 2-,
3, 9—31; 5, 1-11; 6, 1—14; 7, 7—25: 8, 1-17 u. 28—39; 12 u. 14. Man
muß bei hier selbstverständlichen Differenzen in einzelnen Punkten anerkennen, daß
es dem Verfasier gelungen ist, „ein nicht sowohl theologisches als religiös-sittliches Ver
ständnis" des Gebotenen zu erzielen. Die Religionslehrer aller höheren Anstalten werden
das Buch mit Dank begrüßen und mit Gewinn gebrauchen.
Dasselbe gilt von dem anderen Heft, der Glaubenslehre. Der Verfasser verweist
die Augustana, an die nach den neuen Lehrplänen Glaubens- und Sittenlehre angeknüpft
werden soll, in den kirchengeschichtlichen Unterricht und hält sich an die Einteilung des

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