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III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
Apostolikums, dessen Lehre vom Vater, Sohn und Geist direkt aus der Schrift entwickelt
wird. Zu Grunde liegt Jesu Lehre nach den Synoptikern.
Die Lehre von den Sakramenten, die in diesen Zusammenhang nicht paßt, wird
am besten mit den sogenannten Unterscheidungslehren im kirchengeschichtlichen Unterricht
verbunden.
Der erste Teil (S. 1—3 7) behandelt apologetisch die Grundlagen der natürlichen
Gotteserkenntnis, besonders dasjenige, was dem Verfasser von aktueller Bedeutung
schien, die modernen Theorien von der spontanen Entstehung der Welt und der Organis
men. sowie die alle Moral auflösende Zurückführung des Gewissens auf Erziehung und
dergleichen Einflüsse.
Man kann darüber verschiedener Meinung sein, ob derartige Apologetik gelegentlich
oder systematisch zu treiben ist; daß sie gründlich getrieben werden muß, wird jeder
Kenner der Verhältnisie zugeben. Es lebt, wie ich aus eigener Erfahrung bezeugen
kann, in der Jugend, für welche jene Darlegungen bestimmt sind, tzin Heer von Zweifeln,
Bedenken und Anstößen, so daß der Lehrer, der auf diese Dinge einzugehen versteht,
des lebendigsten Interesses seiner Schüler gewiß sein kann. Wenn er sodann mit ihnen
aus dem Vorhof der Apologetik in das Heiligtum des Christenglaubens tritt und ihnen
so schlicht, warm und herzlich, wie es Koppelmann thut, dessen tiefstes und seligstes
Geheimnis an der Person des Heilandes aufzeigt, kann diese Arbeit nicht ohne Segen
bleiben.
1. Kaufmann, Karl, Bibelknnde, ein Wegweiser durch die heilige Schrift Alten und
Neuen Testaments auf der Grundlage des geschichtlichen Entwicklungsganges der
Offenbarung, zum Gebrauche für Seminare und höhere Lehranstalten. Erster Teil.
Das Alte Testament. Deffau, Oesterwik u. Voigtländer. 178 S. 3 M.
2. Bamberg, Friedrich, Ausführliche Bibelkunde. Hilfsbuch für Lehrer, Seminaristen
und Präparanden. Wiesbaden, Otto Nemnich. 175 S- 3 M.
Beide Bücher behandeln hinsichtlich des Alten Testaments denselben Gegenstand und
sind auch für dieselben Leser geschrieben. Sie zeigen indessen einen tiefgreifenden Un
terschied. Bamberg behandelt seinen Stoff ganz nach der traditionellen Auffassung,
Kaufmann auf der Grundlage des geschichtlichen Entwicklungsganges der Offenbarung
und wird dadurch an seinem Teile der Forderung der neuen Lehrpläne für die Seminare
gerecht. Sein Versuch erscheint uns um der maßvollen, besonnenen und gründlichen
Darstellung willen für den angegebenen Zweck sehr geeignet. Hier werden die Seminaristen
wirklich zu einem Verständnis der Offenbarungs geschichte und zu einer rechten Würdigung
ihrer Träger angeleitet. Im ersten Kapitel behandelt der Verfasser die Voraussetzungen
der alttestamentlichen Geschichtsschreibung, ihre Eigentümlichkeiten und die Bedeutung
der Geschichtsbücher. Das 2. Kapitel bespricht den Hexateuch in 3 Abschnitten: Das
jehovistisch- elohistische Geschichtswerk, das Deuteronomium, die Priesterschrift. Schon
daraus wird man auf den Charakter des Buches schließen können. Überall ist es dem
Verfasser nicht um das Einzelne, sondern um das Verständnis des Ganzen zu thun,
um wirkliche Einführung in die Sache. Das zeigt sich namentlich auch in der Be
handlung der poetischen und prophetischen Bücher. Der Anhang giebt eine Geschichte
des alttestamentlichen Kanons. Wir wünschen dem Buche auf unseren Seminaren einen
fleißigen Gebrauch, auch die Lehrer im Amte werden es mit Gewinn gebrauchen können.
Die Bambergsche Bibelkunde geht, wie erwähnt, ganz im traditionellen Gleise.
Der Verfasser hat sich bemüht, „neben der grundlegenden Einführung in die Schrift auch
Fingerzeige zur Erklärung derselben zu geben. Angeregt durch die Leben Jesu Be
wegung hat er auch versucht, ein übersichtliches Lebensbild Jesu nach den Evangelium
zu zeichnen." Abgesehen von vielen Halbheiten finden sich eine Reihe von sachlichen Irr
tümern. Mose hat „unzweifelhaft" den Grundstock des Pentateuchs geschrieben. Der Ver
fasser kennt nur 2 Quellen desselben, der Endredaktor lebte zur Zeit Samuels oder
Davids. Auf dem Stirnband des Hohenpriesters stand nicht „Heiligkeit des Herrn",
sondern „heilig dem Herrn." Seine Amtsgeschäfte sind nicht genau angegeben. Die
Behauptung, daß im sogenannten Sabbathjahr nicht gesät und geerntet werden durfte,
sollte jemand, der in solchen Dingen andere belehren will, nicht ausstellen. Jos. 10 13
wird das „Heldenbnch von der frommen Gemeinde" genannt, während es das Buch
des Frommen oder Braven ist. Wo der Verfasser sich außer der Inhaltsangabe der
Kapitel auf „Fingerzeige zur Erklärung" einläßt, kommt man aus dem Staunen nicht
heraus: so S. 20 (Sauls Wahl zum Könige), S. 22 (Ursachen von Salomos Fall),
S. 31 (Buch Hiob), S. 38 (Hoheslied), S. 43 (Anordnung des Buches Jesaja) u. an

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