III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
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Erziehung der Jugend die erste und hervorragendste Stelle einnehmen
müssen. Schaden können die Körperübungen, auch die zu sehr betriebenen Spiele,
wenn der Körper krankhafte Anlagen hat und die Muskelarbeit beim Spiele z. B. den
Kindern nicht mehr ein Vergnügen, sondern eine verhaßte Arbeit ist. — Zum Schlüsse
giebt vr. Altschul noch eine recht praktische Anleitung zur ersten Hilfeleistung bei plötz
lichen Erkrankungen und Unfällen (z. B. bei Nasenbluten Pfropfen von reiner Watte,
f a t n e blutstillende Watte; bei Ohnmachten mit blassem Gesichte wagerechte Lage, bei
gerötetem Gesichte Hochlagerung des Kopfes, bei Stimmritzenkrampf Anspritzen mit Wasser,
bei Fallsucht Vorsorge, daß sich der Kranke nicht verletzt, nicht die Fäuste aufreißen!
u. a. m. ). —
Gesundheits-Regeln für Schule und Haus. Von einem praktischen Schulmanne.
Straßburg I (§., Paul Vomhoff.
Auf 16 S. giebt das Büchlein die wichtigsten Ratschläge über Bewegung, Haltung,
Kleidung, Nahrung, Arbeit, die Sinnesorgane, Haare, Zähne und Nägel, Atmungswerk
zeuge, Verhalten bei ansteckenden Krankheiten, das Impfen und schließlich noch eine Reihe
von Merksprüchen.
Wäre nur in jedem Hause schon einmal ein solches Büchlein, es könnte manchen
guten Rat geben.
Die Schädlichkeit des Mißbrauchs geistiger Getränke. Ein Lehrbuch für die oberen
Klassen der Volksschulen, für Fortbildungsschulen und Erwachsene mit Erzählungen
und 15 farbigen Abbildungen. Von vr. E. Dieke, Sanitätsrat in Schwelm und
Or. Kohlmetz, Knappschaftsarzt in Sprockhövel. Hattingen, C. Hundt Wwe. 1901.
Hier wird ein Kapitel der Gesundheitslehre behandelt, das, Gott sei's geklagt, in
unserem deutschen Vaterland zu dem allerschlimmsten Übel ausgeartet ist. Wo wäre
der Lehrer, der nicht im Hause, auf der Straße oder an seinen Schülern den entsetzlichen
Einfluß des Dämons Alkohol gemerkt hätte? Man kann getrost behaupten, 90°/«
unserer unglücklichen Haushaltungen sind es durch dieses Gift geworden. Und darum
seien uns solche wackeren Mitkämpfer wie diese beiden Herren Ärzte willkommen. Sie
reißen dem angeblichen „Freunde" die Maske vom Gesicht und zeigen ihn in seiner
ganzen Gefährlichkeit für Gehirn, Rückenmark, Herz, Magen, Leber, Nieren, die At
mungsorgane, Lebensdauer, den Geist, die Sittlichkeit, das ganze Staatswesen, um
dann zum Schluß Ratschläge für die Jugend-, Jünglings- und Manneszeit zu geben,
auch einige Ersatzgetränke zu besprechen und in Erzählungen aus dem Leben den ganzen
Ernst dieser Sache zur Anschauung zu bringen. Für die Praxis berechnet sind die am
Schlüsse der Abschnitte gestellten Fragen und eine Anzahl Rechenaufgaben. Die bei
gegebenen farbigen Abbildungen zeigen ein gesundes und ein krankes Gehirn, Herz, den
Magen, die Leber und Niere und können auch dem blödesten Auge klar machen, welche
unheilvollen Folgen die Trunksucht für den Menschen haben muß.— Wenn wir auch
vieles aus dem Buche noch nicht für die Volksschule verwerten können, (für Fortbildungs
schulen ist es jedenfalls sehr empfehlenswert), so verdient es doch unser aller Beachtung
und sei darum wärmstens empfohlen. C. Schmell.
Die Musik-Woche. Moderne illustrierte Zeitschrift. Wöchentlich ein Heft mit Musikalien.
Leipzig und Berlin. Preis pro Heft 30 Pfg., pro Quartal 3,60 M-
Unter obigem Titel erscheint in Leipzig und Berlin eine neue Musikzeitschrift, von
welcher die ersten 24 Hefte zur Ansicht vorliegen. Jedes Heft bietet 8 Seiten Text mit
Illustrationen und 32 Seiten Musikalien. Soviel sich aus den ersten Heften ersehen
läßt, verfolgt das neue Unternehmen die Tendenz, neben dem bewährten Alten und
Klassischen auch dem Neuen, Modernen gerecht zu werden. Der Musikalienteil der drei
ersten Hefte bringt beispielsweise neben Beethovens Sonate op. 2 Nr. 1 ein Gondellied
von Mendelssohn, Impromptu von Schubert, das Ave verum von Mozart, kleinere
Sachen von Tschaikowsky, Rubinstein, Chopin und Lieder von Schumann, Loewe, Hiller,
sowie endlich den Klavierauszug des Freischütz von Weber mit Text. Ebenso ist dafür
gesorgt, daß alle Instrumente, welche in der Hausmusik Verwenduug finden, gleichmäßig
berücksichtigt werden. Der textliche Teil korrespondiert in der Hauptsache mit dem
musikalischen. Der Notendruck ist gut, der Preis im Vergleich zu dem Gebotenen sehr
niedrig. Wenn die folgenden Hefte sich inhaltlich auf derselben Höhe halten, so darf
man die Zeitschrift empfehlen. Pr.

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