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I. Abteilung. Abhandlungen.
zu verdeutschen pflege, der Herrschaft des Geisttums weichen. Man wird sich
stets an die Kern- und Sternpunkte halten und nicht an einige Lehrvordrucke,
Unterrichtsschablonen und Schnittmuster anklammern wie der Lehrling an des
Meisters Hand- und Kunstgriffe und Kniffe. Man wird den Unterricht nicht,
wie das ein Pestalozzi selbst versuchte, mechanisieren, einformeln, formbannen und
verhandgriffeln, sondern wird ihn mehr und mehr zur echten und wahren Lehr
kunst aus- und umgestalten. Nicht in der fehlerlosen Form, in der richtig
gestellten Frage, auf welche schnell und sicher die gewünschte Antwort erfolgt,
nicht in Äußerlichkeiten und Nebensächlichkeiten, sondern vielmehr in Innerlich
keiten, Hauptsächlichkeiten, in der künstlerischen, geistigen und durchgeistigten
Vollendung wird nunmehr das Endziel und Urbild alles Unterrichts erblickt und
geachtet werden.
Die bisherige auf das Herausarbeiten von allgemeingültigen Formen und
Normen abzielende Entwicklung der Unterrichtskunde kann da nur als eine Vor
stufe, wenn auch unerläßliche Vorstufe gelten für jenes Zeitalter, in welchem der
Geist über dem Buchstaben, der Gehalt über der Form, die Kunst über dem
Handwerk steht.
In diesem Sinne wird und muß sich auch der Geschichtsunterricht im
20. Jahrhunderte weiter entfalten und ausgestalten. Alle die zahlreichen Ver
besserungsvorschläge, Umgestaltungspläne und Umbaurisse sind nur die aus jenem
Entwicklungs- und Veredlungsdrange gebornen Versuche und Anläufe, jenem noch
unklar erfaßten Zukunftsbilde näher zu kommen. \
So unvollkommen, so stückwerklich, ja, so flickwerklich viele derselben auch
sein mögen, so soll man sie doch nicht ohne weiteres in die Rumpelkammer zum
alten Eisen werfen. Denn fast jeder neue Bauriß enthält einen brauchbaren
Gedanken, einen Bestandteil von dauerndem Werte. Nur gilt es zu sondern, zu
sichten, zu fügen und zu behauen, überhaupt zu einen, planmäßig zu bauen.
Wir müssen endlich auch in der Geschichtslehrkunde über das ziel- und prüfungs
lose Verbessernwollen uns erheben, zu männlichem, selbst- und zielbewußtem Thun
aufraffen. Es gilt beim Beginne des neuen Jahrhunderts mehr und mehr,
planmäßig zu Werke zu gehen, unsere Kräfte nicht zu zersplittern, sondern
vielmehr zu sammeln. Denn große Aufgaben warten unser im neuen Jahr
hunderte, unserer Schule, unserer Lehrerschaft, unserer Jugend, unserer Regierung,
unserem Volke. Vor allen Dingen heißt es sparsam wirtschaften, haushalten
und umgehen mit all den Kräften, Anlagen und Gaben, welche uns die Natur
und die Geschichte verliehen haben. Wir müssen noch weit mehr als bisher
unser Gesamtwollen, Gesamtkönnen, Gesamtschaffen und Gesamtleistungsvermogen
auf das Eine, was not thut, richten. Unter diesem Zeichen der Sammlungskunst
wird die Pädagogik nicht minder stehen und stehen müssen wie die Staatskunst.
Politik und Pädagogik haben im neuen Jahrhunderte noch weit dringendere

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